| Ab September widmet sich das ZKM dem Werk des bahnbrechenden Komponisten/Architekten Iannis Xenakis, der durch sein Werk eine ideale Verbindung aus Raum- und Zeitkunst mit dem Philips-Pavillon verwirklicht hat. Die Bayerische Architektenkammer hat von dem von Xenakis konzipierten Philips-Pavillon für die Weltausstellung 1958 in Brüssel ein Modell anfertigen lassen, das im Zentrum ihrer Ausstellung »Iannis Xenakis – Architektur und Musik« steht. Das ZKM präsentiert sie vom 09.09. bis 03.10.06 in der neuen Musikabteilung des Medienmuseums. Edgard Varèse komponierte sein »Poème électronique« für diesen Pavillon. Eine von der TU Berlin konzipierte akustische Simulation wird die damals innovativen Klangmöglichkeiten hörbar machen.
Iannis Xenakis (1922-2001) gehört zu den wenigen internationalen Persönlichkeiten, die als Komponisten und Architekten gewirkt haben. Spätestens mit der Uraufführung des Orchesterwerks »Metastaseis« 1955 bei den Donaueschinger Musiktagen gelang ihm der internationale Durchbruch als Komponist. In der Architekturszene ist Xenakis mit seinen Werken für viele ein Unbekannter geblieben. Die Ausstellung »Iannis Xenakis – Architektur und Musik« – initiiert und erstellt von der Bayerischen Architektenkammer, zunächst in München und nun im ZKM auch in Kooperation mit der TU Berlin zu sehen – dokumentiert diese beiden außergewöhnlichen Begabungen im Zusammenhang mit Xenakis’ Konstruktion des Philipps-Pavillons für die Weltausstellung in Brüssel 1958, einem frühen Versuch, über eine spezielle Anordnung von Lautsprechern, die elektronische Musik gewissermaßen greifbar und den Klang modellierbar zu machen.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Projekte von Xenakis, die beispielhaft die Symbiose von Musik und Architektur darstellen. Die Arbeiten von Xenakis werden in der Ausstellung anhand von Reproduktionen zahlreicher Zeichnungen, Pläne, Fotografien, Partituren, musikalischen Skizzen und einem Modell des Philipps-Pavillons präsentiert, erklärt und verdeutlicht. Zusätzlich wird der Film »La Vie et la Musique de Iannis Xenakis / leben und Werk des Iannis Xenakis« des Regisseurs Mark Kidel gezeigt.
Das Werk des griechisch-französischen Komponisten Iannis Xenakis (1922–2001) stellt einen der bedeutendsten Beiträge zur zeitgenössischen Musik dar und umfasst weit mehr als einhundert Kompositionen. Xenakis war aber nicht nur Komponist, sondern vereinte wie Le Corbusier einmal sagte »drei Begabungen«: Er war Komponist, ausgebildeter Bauingenieur und wurde in der Zusammenarbeit mit Le Corbusier Architekt, In der Ausstellung »Iannis Xenakis – Architektur und Musik« werden die Beziehungen von musikalischer Komposition und architektonischem Entwurf im künstlerischen Werk von Iannis Xenakis dargestellt. Mit über hundert Reproduktionen von Fotografien, Zeichnungen, Plänen, graphischen' Notationen und Partituren zum Leben und Werk von Xenakis wird die enge Verwandtschaft von Architektur und Musik dokumentiert. Auszüge aus Büchern und Artikeln von Xenakis sowie Kommentare und Zitate von Zeitgenossen erläutern die Dokumente und führen in das ästhetische Denken von Iannis Xenakis ein.
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