| ZKM | Ausstellung im 2. OG der Lichthöfe 8 und 9 Eröffnung Sa 30.10.04, 19 Uhr Der Aspekt der Interaktivität zeigt sich wohl am deutlichsten in Video- und Computerspielen, die heute in nahezu jeden Haushalt und in zahlreiche Kinderzimmer Eingang gefunden haben. Einen ergänzenden Einblick zur Ausstellung Algorithmische Revolution. Zur Geschichte der interaktiven Kunst bietet im 2. Obergeschoss des Medienmuseums eine aktualisierte Präsentation von Computerspielen. »Welt der Spiele«: reloaded ist eine Erweiterung der bisherigen Präsentation von »Klassikern« und Video- und Computerspielen der letzten Jahre und soll von nun an in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Bis heute gilt das Videospiel Tennis for Two aus dem Jahre 1958 als das erste seiner Art. William Higinbotham, der damalige Leiter der Abteilung Instrumentation Division am Brookhaven National Laboratory der amerikanischen Regierung, entwickelte das Spiel für Besucher des Laboratoriums, als er feststellte, dass sich diese bei der Besichtigung der meist statischen Displays langweilten. Das damals aus einem Analogcomputer und einem Oszillografen bestehende Spiel steht am Anfang einer Entwicklung, die stark vom Fortschritt der Computertechnologie gekennzeichnet ist und die das ZKM dokumentarisch belegen wird. Die grafisch noch ebenso einfachen Spiele der folgenden Jahre entstanden in erster Linie auf Großrechnern amerikanischer Universitäten und Institutionen, wie beispielsweise das Spiel Spacewar aus dem Jahre 1962, das das Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelte. Die Fernsehtechnologie der 1970er Jahre brachte die Entwicklung von münzbetriebenen Spielautomaten für die die Bezeichnung »Videospiel« eingeführt wurde. Das Videospiel setzte sich zunehmend durch und wurde durch die Entwicklung von Spielkonsolen nicht mehr nur für Spielhallen, sondern auch für Heimanwender zunehmend attraktiver. Mit der Einführung der Home- und Personalcomputer entwickelten sich schließlich zwei technisch unterschiedliche Arten des Videospiels, das sogenannte »Tele-Spiel«, das auf speziellen Heimkonsolen basierte sowie das »Computerspiel«. Zu Beginn der 1980er Jahre kam es aufgrund verschiedener Ursachen zum Einbruch des Videospielmarkts und damit zu einer eingeschränkten Produktion, die erst 1985 mit Nintendo eine neue Ära der Videospiele einläuten sollte. In einer »Ahnengalerie« wird die Geschichte dieser Spiele gezeigt. Künstlerische Installationen dokumentieren breite Anwendungsmöglichkeiten der Spieltechnologie und eine Auswahl aktuellster Spiele stellt den neuesten Entwicklungsstand vor.
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