| Viola Eigenbrodt über Dao Droste Porträt der vietnamesischen KünstlerinSpätestens seit Harry Potters Kampf um den Feuerkelch wissen alle wieder, welch gefährliche Tiere Drachen sind. Es gibt nicht nur in der Märchenwelt der westlichen Hemisphäre, in der sie im Allgemeinen mit negativen Charaktereigenschaften in Verbindung gebracht werden, auch die Asiaten kennen sie - hier sind sie allerdings positiv belegt. Im chinesischen Horoskop steht der Drache fürMut, Charme, Kraft, klaren, analytischen Verstand und Geschmack- all das trifft auch auf eine Vertreterin dieses Sternzeichens zu, die vietnamesische Künstlerin Dao Droste. Sie wurde 1952 in Saigon geboren und wuchs dort in einer Familie mit Künstlertradition auf. 1971 wanderte sie aus und kam sie nach Deutschland, wo sie zunächst ein Chemiestudium mit anschließender Promotion absolvierte.
Einer inneren Eingebung folgend wandte sich die Autodidaktin ganz der bildenden Kunst zu und profilierte sich seither gleichermaßen als Malerin, Plastikerin und Installationskünstlerin. “Kunst ist ein Schicksal”, lächelt die Künstlerin, die anscheinend die ewige Jugend gepachtet zu haben scheint, denn trotz ihrer großen inneren Ruhe strahlt sie eine ungeheuere Dynamik aus. Sie verfügt über starke positive Energien, die sie gerne in langfristige Projekte steckt. Vor fast zwanzig Jahren, 1987 eröffnete sie ihr Atelier & Galerie Dao in Eppelheim bei Heidelberg, in dem tatsächlich ein Hauch von Fernost weht. Droste hat einen vollkommen eigenen Stil, in dem sie, sowohl bei ihren Gemälden als auch in den Skulpturen asiatische Filigranität mit westlichen Stileinflüßen präsentiert. Die oft kollagenhaften Gemälde erinnern in ihrer Zartheit ein wenig an Chagall, die schlanken Plastiken an sie selbst. “Viele Dinge kommen aus Intuition zu mir, und dann fügt sich alles zusammen”, berichtet Dao, die sich stark mit der taoistischen Philosophie identifiziert und den Buddhismus bewusst lebt.
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