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"Können, Verstand und Charme - wie die Architektin Elena Walch zur Südtiroler Winzerkönigin wurdeFrage: Wie hat sich Ihr Leben von der Architektin zur Winzerin geändert? A.: Ich plane weiterhin, allerdings mehr im Marketing... aber auch Neuanlagen im Weinberg und ich gestalte auch einen künftigen kleinen Neubau mit, aber nur begleitend. Architektin bin ich lange schon keine mehr und das ist gut so. Man soll sich verändern oder?
Frage: Würden Sie alles genauso noch einmal machen? A.: Alles nicht, ich würde mir die nötigen Weinkentnisse durch eine gezielte Schulung schneller aneignen, anstelle des täglichen Schritt für Schritt - lernens. Aber im Prinzip habe ich nicht viel falsch gemacht, ja ich würde sagen, dass ich fast alles nochmals so wiederholen würde.
Frage: Hatten und haben Sie Vorbilder? A.: Mein Vater (Eltern sind beide Südtiroler) war Unternehmer in Mailand. Er war in der Nachkriegszeit erfolgreich und weil es in Südtirol noch schwierig war, zog es ihn nach Mailand. Er war unternehmungsfreudig und hatte eine gute Hand in der Führung von Leuten. Er verstand es, sich ins richtige Licht zu bringen. So hatte er seine Kontakte gemacht, nach dem Krieg war alles schwierig, doch er hat es dort in der Fremde geschaft. So ähnlich wie ich hier in Tramin im Weinsektor. Frage : Stärkt es das Selbstbewußtsein als die berühmteste Winzerin Südtirols zu gelten? A.: Ja warum nicht!
Frage: Sind Sie jetzt mit sich zufriedener als in Ihrem vorherigen Beruf? A.: Mein Beruf als selbstständige Architektin ist nun schon seit 20 Jahren abgeschlossen. Ich erinnere mich an die Freude bei den verschiedenen, bekommenen Auftragserteilungen, ich arbeitete aber nicht so gerne am Zeichentisch, das habe ich oft anderen überlassen. Heute bin ich älter und insgesamt ausgeglichener, das wirkt sich auch auf meine Beziehung zum Beruf aus, aber nach wie vor reizt mich das Neue.
Frage: Wie hat Ihre Familie damals darauf reagiert? A.: Meine Kinder waren damals klein, ich war jedenfalls viel im Büro und es ist kein Zufall, dass das erste Wort meiner Tochter nicht etwa "Mama" war, sondern "Büro" war! Mein erster Schritt in die Weinwelt war getan und mein Mann hat mich sehr gefördert und unterstützt. Wir Beide wussten, es durfte kein Scheitern geben, jetzt wo ich meinen alten Job dafür aufgegeben hatte.
Frage: Werden Ihre Töchter ins Geschäft einstiegen? A.: Ich hoffe, aber man kann nie wissen, außerdem sollen sie frei darüber entscheiden. Jedenfalls weiß ich, dass es Frauen genau so gut machen können wie Männer, wenngleich ich manchmal gefragt werde ob ich nicht einen Sohn vermisse.....
Frage: Wären Sie sehr enttäuscht gewesen, wenn Sie nicht einen solchen Erfolg gehabt hätten? A.: Ja klar!
Frage: Standen Sie dadurch unter Druck, in eine Männerdomäne eingebrochen zu sein? A.:Ich habe mir aus den Nachteilen, die die Frauen anscheinend haben, nie viel gemacht und habe es auch nie so empfunden, das bin nicht ich. Darüber wird aber viel geredet. Ich bin mehr fürs �Anpacken" als fürs �Reden" . Druck habe ich nie empfunden, eher Aufmerksamkeit.
F: Wie erklären Sie sich den Erfolg Ihrer " Neuerungen" ? Der Weinmarkt in Südtirol war vor 15 - 20 Jahren im Umbruch, ohnehin, man musste schnell weg von den alten Konzepten und hier war ganz automatisch Platz auch für mich . Es war also relativ einfach, weil der Zeitpunkt genau der richtige war. Man wartete buchstäblich auf etwas Neues, so empfand ich es.
F: Sind Sie ein politischer Mensch? Eigentlich nicht, aber informiert bin ich schon. Man muss schon wissen, wo man steht, in allem, auch in der Politik. Man kann ja kein Unternehmen leiten ohne Position in der Politik zu nehmen.
F:Wem fühlen Sie sich verpfichtet? Der Familie gegenüber und dem eigenen Namen.
F:Wäre etwas anderes als Winzerin für Sie jetzt möglich? Darüber habe ich niemals nachgedacht. Aber mit dem Älter-werden könnte natürlich ein Engagement meines Lebens im sozialen Bereich der Abschluss sein. Noch denke ich jedenfalls nicht an große Änderungen in der Ausrichtung meines Berufslebens, es gibt ja noch soviel zu tun.
F:Wie wichtig ist Ihnen Stille? Ich bin kein stiller Mensch, ich mag schon Bewegung und ich mag was bewegen. Abschalten ist nötig, aber muss zeitlich begrenzt sein.
F:Was bedeutet Tradition für Sie? Wir haben viel davon in Südtirol und es ist gut, Traditionen zu haben. Schlussendlich aber will man mit Tradition Altes erhalten, das ist nur dort gut, wo es um kulturelle Güter geht, ansonsten ist diese allzu sehr traditionelle Einstellung oft ein Hemmschuh.
F. Was machen Sie im Winter? Im Winter arbeite ich am Geschäftsplan für das kommende Jahr und dann gehts auf die Seiser Alm zum Skifahren.
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