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Sehnsucht und Witz – Jörg Teichert und das Klezmerquartett HeidelbergBei den „Schillernden Wochen“ des „Theater am Puls“ zu Schwetzingen hatte der Musiker einen seiner sehr seltenen Soloauftritte. Gefühlvoll und großer Intensität hatte er auf Gitarre und Flöten die Schauspieler beim Rezitieren verschiedener Schillerballaden begleitet und einen schönen Erfolg eingefahren, für beide Seiten. Häufiger zu sehen ist das junge Talent in Gruppenformation, gefragt ist zur Zeit ganz besonders das „Klezmerquartett“, in dem er zusammen mit seinem älteren Bruder spielt. „ Ich merke gerade, wie sehr mich mein Bruder beeinflusst hat, „ denn mit ihm spiele ich schon immer“, sinniert der jüngste Spross einer Sudetendeutschenfamilie, den man ohne zu Zögern nach Irland stecken würde. Angefangen hatte es mit den Horn. „ Mich hat der Klang fasziniert, und das tut er noch immer“, erklärt Teichert die Vorliebe für Blasinstrumente, die ebenfalls mit seinem Bruder teilt. Der spielt klassische Klarinette, und kam vom Jazz zu Klezmer, weil er viel Giora Feidmann hörte. Jörg dagegen freundete sich mit der Gitarre an. „ Ich begann ab 1992 als Autodidakt, zunächst klassische Gitarre, dann Blues, Rock, später Jazz, und dann auch E-Bass. Im Jahr 2000 hatte ich zum ersten mal Unterricht“, kommentiert Teichert seinen Werdegang, denn er wollte als Teenager ein Instrument haben, das „cool“ ist, mit dem man Harmonien spielen kann. Sein Talent machte sich schnell bemerkbar, so dass er mit der Komposition anfing und 1995 bei „Jugend komponiert Baden-Württemberg“ einen zweiten Platz belegte. In Mannheim studiert Teichert seit 2002 Jazzgitarre mit dem klaren Wunsch Berufsmusiker zu werden. Andere Stars der Region wurden schon auf ihn aufmerksam. Bis zum Anfang diesen Jahres gab es die Mojo-Blue-Band, nicht wenigen als gute Bluesband in Erinnerung, mit Jochen Seiterle und Steff Bollack werden Django Reingardt Nummern aufgeführt, und nicht zuletzt das Klezmerquartett. Seit fünf Jahren machen sie das Delta unsicher, vor allem seit Roland Döringer zum ursprünglichen Trio dazugestoßen ist. „ Seither geht es richtig rund“, freut sich Teichert, denn sie sind weder politisch noch religiös zu dieser Musik inspiriert. „ Uns sind publikumsnahe Konzerte wichtig, wir machen dann auch gerne Unfug“, verrät er mit charmantem Lächeln. Die Liebe zur traditionellen osteuropäischen Musik mit ihrem Wechselspiel aus schwermütiger Melancholie und überschäumender Lebensfreude hat sie zum Klezmer gebracht. Ihr Repertoire umfasst vor allem jiddische Klezmer-Musik, es integriert aber auch Zigeunerweisen und Melodien aus dem Balkan. Dabei ist nicht die historische Aufführungspraxis, sondern originelle Arrangements in ausdrucksvollen Interpretationen wichtig. Und was ihnen ausgezeichnet gelingt: der Funke springt über. Außerdem versucht sich das musikalische Chamäleon Teichert noch in verschiedenen anderen Projekten, mit John King für „Open Strings“ oder einer neuen Klezmervariante, die Rock, Funk, Jazz und Raggae-elemente vermischt, um nur einige Beispiele zu nennen. „ Ich will ständig etwas neues probieren“, meint der unstete Jungmusiker, aber mit vierundzwanzig ist schließlich noch alles erlaubt!
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