| Seit einem Jahr lebt Jürgen Presser nicht nur im Weldeturm, er arbeitet auch hier mit seinem Numerobis-team in angemessener Atmosphäre. Und weil er eines der - nicht nur - in Schwetzingen recht bekannten Mitglieder der neuen Künstlergruppe KIS, Künstlerinitiative Schwetzingen, ist, hat er diese Räumlichkeiten der ersten Sammelausstellung mit Freude zur Verfügung gestellt. Rappelvoll war es am Freitagabend geworden, in dem ehemaligen Sudhaus drängte sich alles, was in der Spargelstadt an Kunst interessiert und Rang und Namen hat, da wollte wirklich keiner fehlen. Schade, dass ausgerechnet das Rathaus komplett fern geblieben war, ob wohl Dr. Rene Pöltl sich doch besonders der Hege und Pflege der innerstädtischen Kunstszene verschrieben hat. Schon am späten Nachmittag hat es Kunst zum Mitnehmen für jedermann gegeben, die Buchhandlung Kieser hatte es möglich gemacht. Von jedem der einzelnen Mitglieder, nämlich Eva Clemens mit Malerei/Grafik/Plastik, Florian Franke van Krogh mit Malerei/Objekt, Marianne Früh mit Modernen Tanz, Jessen Oestergaard mit Photographie, Karin Posmyk mit Malerei, Jürgen Presser mit Architektur Karin Schmiedebach mit Skulptur, Josef Walch mit Papierkunst/Medien, und der gerade wieder vom Krankenlager auferstandene Hans Zimmermann für Skulptur, waren im Vorfeld Lesezeichen gestaltet worden. Ausgestattet mit jeweils dreihundert Stück saßen sie um 18 Uhr in der Buchhandlung und signierten die Mitbringsel für jeden Kunstfreund, und diese, die es werden wollten. Dass der Weldeturm in der Vergangenheit bereits als Galerie genutzt worden war, trug viel zur kreativen Atmosphäre bei in einer Umgebung, die auch für die Künstler ungewöhnlich war. Zur Begrüßung outete sich Architekt Presser als Bauhausfan, dem natürlich das Gebäude aus dem Jahr 1934 besonders angetan hatte. Jessen Oestergaard, sehr aktiv in und für die Initiative, deren erster Vorsitzender er ist, fand ebenfalls einige Worte zur Vernissage und erläuterte die Grundintention des neuen Gruppe. Mit den anderen Kunstvereinen zusammen und nicht als Konkurrenz möchte man gesehen werden, die Stadt bereichern und Energien bündeln, das ist eines der Hauptziele von KIS.
Josef Walch, Schwetzinger Urgestein und Kunstprofessor auf der renommierten Schloß Gibichenstein, Mitinitiator der Gruppe, sprach danach kurz über die Gruppe und deren Mitglieder, in selten an einer solchen Stelle gehörten intelligenten Worten. In der Zwischenzeit begann es im Sudhaus tatsächlich zu sieden, es war heiß geworden durch die vielen Menschen, die neugierig und offen die zum Glück sehr unterschiedlichen Auffassungen von Kunst an einem, der Kunst ursprünglich einmal fremden Raum, einzigen Ort betrachten wollten. Eine Performance von Marianne Früh mit zwei Kolleginnen zu Musik von Arvo Pärt ergänzte diese frische unerhörte Zusammensetzung von unterschiedlichsten Kunstformen perfekt. Eine gelungene Einstimmung auf die interessanten Ereignisse, die wir im nächsten Jahr von der KIS noch zu erwarten haben werden.
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