| In Schlierbach hatte es kurz vor dem 1. Weltkrieg eine kleine Filmfabrik gegeben, das "Glashaus", dessen genauer Standpunkt heute wegen der vielen Umbauten nicht mehr hundertprozentig lokalisiert werden kann. Eigentlich war sie eine Kopierwerkstatt, von der die Betreiber sich viel versprachen, boomte doch der Kinobetrieb in der Heidelberger Hauptstraße. Zeitungsquellen belegen, dass die Eröffnung in der Öffentlichkeit stark und kontrovers diskutiert wurde. Der Ausbruch des Krieges zerstörte auch diese Träume, die Fabrik blieb bis 1919 geschlossen. Das "Glashaus" war eine Kopier-und Filmwerkstatt in Schlierbach, wahrscheinlich an Stelle des jetzigen Studentenwohnheim "Schwarzes Schiff".
Es existierte von 1912/13 mit Unterbrechung bis 1924, dann wurde es abgerissen. Keine wirklich wichtigen Produktionen gingen hervor. Gedreht wurde vorzugsweise am Rheinufer, in den Steinbrüchen bei Schriesheim, und im Heidelberger Stadtwald. Das Personal rekrutierte sich aus dem Umkreis der Theater. Regisseur Phil Jutzi kam in Berlin mit der Verfilmung "Berlin, Alexanderplatz" mit Heinrich George zu einigem Ruhm, Schauspieler Conny Carstensens wurde Ausnahmeleiter bei der UFA bis in Ende der Fünfziger Jahre.Eine Anzeige in der Heidelberger Zeitung aus dem Frühjahr desselben Jahres belegt die Wiederausnahme der Betriebs, neben kleinen Komödien und Dokumentationen wurden die "Neckar-Western" gedreht. Sie haben heute in Heidelberg einen gewissen Kultstatus, und werden immer wieder einmal gezeigt. 90 Prozent aller Stummfilme sind zerstört, vom Glashaus aus sind insgesamt drei erhalten: Zwei Filme einer Reihe namens "Bull Arizona" und nun auch der "Feuerteufel". Alle drei zusammen werden im Kino gezeigt, nicht ohne eine ausführliche und interessante Einführung in die Problematik durch Jo Bauer.
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