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vom Bauernhof zum Musentempel, eine kleine Meraner GeschichteSeine Tochter ehelicht den Freiherren von Schneeburg, an dessen Familie das Schloss 1840 übergeht. Ihre drei Töchter heiraten jeweils zwei Brüder und einen Cousin aus dem Hause der Barone Giovanelli, denen anschließend der gesamte Besitz gehört. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts also bis 1978 bleibt die Kallmünz den Giovanellis erhalten, bis Baronin Praxedes das Schloss ihrem Vetter Dr. Ernst Graf Khuen-Belasy und Edith von Mörl, eine Nachfahrin der Familie, mit der schon seinerseits Andreas von Kallmünz verheiratet war, vermacht. Ihre Nachkommen wohnen seither am Sandplatz und haben frischen Wind in die alten Gemäuer gebracht. "Die Kallmünz lag ja außerhalb der damaligen Stadtmauer", erzählt uns Meinhard Khuen, "auf dem sogenannten Schußfeld". Ein solches diente dem Schutz der Bevölkerung und erklärt vielleicht, warum die Kellermauern recht mächtig geraten sind. Sie könnten zu einem bewehrten Bau aus dem 14. Jahrhundert gehört haben, also vom Vorgänger des Namensgebers errichtet worden sein. .
© Foto: Günter Dürr Natürlich hatte der Herr aus Bayern nicht irgendwas als seine Wohnstatt übernommen, sondern ein Haus, das "typische Merkmale eines Tiroler Edelsitzes aufweist", so der Graf. Man möchte meinen, es sei eine kleine Burg, denn das gesamte Areal, bestehend aus 4 Gebäudeteilen, Innenhof und Park ist seit jeher von einer teilweise mit Zinnen bekrönten Mauer umgeben. Es bestand aus Pferdestall, Remise und Herrschaftshaus, das sogar mehrere Kellerebenen mit schönen Gewölben hat. Und nun kommen wir zum heutigen Ort des kreativen Geschehens, dem Atelier von Franz Pichler. Er logiert im sogenannten Stöcklgebäude, das um 1800 an das Haupthaus angebaut wurde und Reste einer alten Mühle aufweist, genauer gesagt in der Ansetz. Hier wurden früher die Trauben ausgepresst und der Wein angesetzt und so duftet es auch heute noch leicht nach köstlichem Südtiroler Wein, eine sicher beschwingende Atmosphäre für einen Bildhauer. Franz ist eine Institution im kulturellen Leben Merans, und nicht erst, seit er die wunderbaren Räume in der Kallmünz bezogen hat. Seine Werke aus Holz, seine Ausbildung erhielt er zuerst in Gröden und dann in München an der Akademie der schönen Künste, passen hervorragend in das Ambiente und vermählen sich zu einer ganz eigenen Aussage, einer individuellen Atmosphäre, die perfekt zu der Person des Künstlers paßt.
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