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19. Juli bis 02. November 2008
Die Manifesta 7 in Südtirol
© Foto: Günter Dürr Die Schweizerin Corinne Diserens, die auch ein mal die Dokumenta kuratiert hatte, sei von ihrem Posten zu entbinden, hatte man sogar gefordert. Sogar die Landesrätin sollte ihren Posten räumen. Jeden Samstag betet eine Handvoll Gläubige vor dem Museion, und nichts passiert. Weder hat der Zorn des Herrn das schöne Überetsch (so der alte Name) getroffen, noch ist Madame Diserens gegangen worden. Da aber dieser Sturm im Südtiroler Stamperlglas politische Folgen haben kann, im Herbst wird gewählt, waren die hohen Herrschaften ganz sicher erleichtert, auf der Manifesta gar nichts begutachten zu müssen, was auch nur im Entferntesten Anstoß erregen könnte. Zu sehen sind im Bollwerk Franzensfeste - erbaut von den Österreichern 1873 zum Schutz gegen ?, sie wurde nie wirklich in militärischem Sinne genutzt - Lichtinstallationen, die auf das Beste zu dem alten Gemäuer passen, und Hörstationen mit gesprochenen Texten, beides genannt “Scenarios”.Eine Harmonie wurde erschaffen, die zum eigentlichen Objekt der Ausstellung die Feste selbst macht. Keine schlechte Idee, denn der Gedanke der Industriearchäologie konnte leider in den übrigen locations so nicht weiter fortgesetzt werden.”The Rest of Now” heißt die Aktion im “Ex-Alumix”, eine ehemalige Aluminiumfabrik, in Bozen. Sie ist als Ausstellungsort gut gewählt, nur scheinen die Exponate willkürlich ohne eine stringente Linie einfach zusammengewürfelt zu sein. Zum Teil Witziges, wie die russischen Puppendeformationen, bis zu tatsächlich Originellem wie eine Bildschirminstallation die Wasser suggeriert, aber auch Nichts-sagendes wie das Ablaufen lassen eines Films, der das Leben bettelarmer Menschen aufgezeichnet hat, bis hin zu einem dichten Vorhang aus Filmstreifen, so ähnlich bereits auf der Dokument 9 (!) gesehen, ist viel geboten, aber wenig sehenswert. Im alten Postgebäude von Trient ist “the Soul” zu sehen in Anspielung auf das berühmte Konzil der Gegenreformation im 16. Jahrhundert, nachdem die wirklich Gläubigen das “Innerste Selbst”, also die Seele, den Vertretern der Kirche zu bekennen hätten.
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