| Seit 1908 befindet sich die Sammlung des Grafen Graimberg, dem Heidelberg in Bezug auf seine Geschichte wirklich viel zu verdanken hat, im Palais Morass in der Hauptstraße. Wenige Museen haben das Glück, an einer so prägnanten Stelle in einem so schönen Haus mit verträumten Innenhof ein Zuhause gefunden zu haben. Den Grundstock des KMH geht auf die enorme Sammlung des Grafen zurück, der Gemälde, graphische Blätter, Urkunden, Münzen und Medaillen, Waffen, Porzellan aus der Manufaktur Frankenthal und Skulpturen sowie Bauteile erworben hatte. Auch der berühmte Zwölfbotenaltar von Tilman Riemenschneider wurde bereits von Graimberg erworben. 1879 erfolgte der Ankauf der Graimberg’schen Sammlungen durch die Stadt.
Emil Nolde Vor hundert Jahren eröffnete man dann die „Städtische Kunst- und Alterthümersammlung" in der Altstadt. Einen landesgeschichtlichen Schwerpunkt erfuhr die Sammlung bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als in und um Heidelberg herum archäologische Grabungen erstaunliches zu Tage förderten, wie z.B. die Reste der römischen Neckarbrücke und ein Mithräum, oder, eine kleine Sensation bezüglich der Funde, das römischen Gräberfeld unter dem Neuenheimer Feld. Der bereits in den 50er und 60er Jahren vollständig ausgegrabene Friedhof gilt heute als größter Bestattungsplatz der Römerzeit in Süddeutschland. Hier kamen nicht nur das Grab einer Ärztin an das moderne Licht, sondern auch u.a. bronzenes Arztbesteck, Parfümfläschen und Haarscheren, sogar eine Jupiter-Giganten-Säule machen Vorfreude auf die lange geplante Ausstellung über die wichtigsten Stücke in einigen Jahren. Und - wie könnte es anders sein - bilden seit Beginn des 20. Jahrhunderts Kunstwerke zur Heidelberger Romantik einen weiteren Schwerpunkt. Ein wahrer Augenschmaus für Barockliebhaber ist „Tafelsilbers der Kurfürstin Elisabeth Augusta", des einzigen komplett erhaltenen Tafelsilbers des 18. Jahrhunderts aus kurfürstlich-pfälzischem Besitz, das 2002 angekauft werden konnte. Schon vorher war es im Palais ein wenig eng geworden, daher gibt es seit 1991 einen Neubau, in dem alte und neue Museumsbereiche miteinander verbunden wurden. Die Besucher haben die Möglichkeit eines Rundgangs, von den Räumen der Ur- und Frühgeschichte bis zur Gemäldegalerie des 19. und 20. Jahrhunderts. Seit acht Jahren gibt es eine kleine, aber äußerst feine "Nebenstelle", das Textilmuseum in Ziegelhausen. Es gliedert sich in mehrere, jedoch nur temporär zu besichtigende Ausstellungsbereiche. Im Vordergrund steht ein umfangreicher Fundus von Damenkostümen, wobei einige Originale bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückreichen.
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