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Viola Eigenbrodt im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg_des Herrgotts Kegelspiel - Der Hegau am Bode

www.viola-eigenbrodt.de

Des Herrgotts Kegelspiel - Der Hegau am Bodensee

Die ehemalige Festung war mit einem Festungsareal von 9,92 ha die größte und wichtigste der zahlreichen Hegauburgen. Sie wurde 1800 auf Anweisung Napoleons geschleift, heute findet hier einmal im Jahr im Juli ein Festival mit Musik und Kunst statt. Mittelalterfreaks finden alles, was ihnen Spaß macht Mitte August beim Singener "Spectaculum", mit Tournieren, Markt und Heerlager, auch das größte Erntedankfest des Hegaus wird zwei Wochen später in Singen gefeiert. Eine echte ehemalige Raubritterburg liegt auf dem kleinsten, steilsten und gleichzeitig markantesten Kegel, die Hohenkrähen mit 643 Metern.

Viola Eigenbrodt im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg über Barbara Clemens

Wie eine Krone liegt die Festungsruine auf der Spitze und ragt über das Land. Der Mägdeberg, 665 m, eine gut erhaltene Burgruine, hat sogar seine eigene Legende: die englische Königstochter Ursula soll mit tausend Mägden im Zuge einer Wallfahrt an seinem Fuß gelagert haben. Wer von einer Tour de Burg nicht genug bekommen kann, der findet auf dem Hohenstoffel, 844m., gleich drei ehemalige Ritterdomizile. Der Name hat übrigens nichts mit den Bewohnern zu tun, sondern leitet sich vom althochdeutschen "stophil" für "kleiner Fels" ab. Als Hausberg der schönen Stadt Engen ist der Hohenhewen zu nennen, natürlich nebst Burgruine. Engen ist die Stadt der Brunnen. Sie kann mit aufwändig restaurierten Fachwerkhäusern, verwinkelten Gassen und ihren zeitgenössischen, auffallenden Brunnenfiguren eine bemerkenswerte Altstadt vorweisen, die einen Tagestrip wert ist. Darüber hinaus ist Engen ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen oder für Tagesfahrten zu weiteren Sehenswürdigkeiten.

Bei günstigem Wetter schaut man bis in die Alpen. Ende Juli wird die Stadt zur Kulisse des großen Stadtfests, wenn einmal im Jahr "die Gassì wackelt". Ganz in der Nähe liegt eine weitere Ruine, das "Stettener Schlössle", bzw Neuhewen auf 867 Metern. Gemeinsam mit dem Ort Stetten gehörte sie im Mittelalter den Herren der Hohenhewen und sollte zusammen mit der Hewenegg auf 812 m das Gebiet nach Norden hin absichern. Heute befindet sich hier ein Naturschutzgebiet. Außderdem gilt der Berg als Geheimnisträger, birgt der Krater doch in seinem Inneren einen tief scheinenden Gipfelsee. Natürlich gibt es neben vielen Sagen und Legenden dafür eine Erklärung, die wird aber an dieser Stelle nicht verraten. Außerdem existiert an den südlichen Hangfüßen, im Sedimentbereich eines ehemaligen Kratersees, eine der wichtigsten tertiären Fossilienfundstätten Deutschlands.

Zu diesen wichtigsten Vulkanen, der wirklich jeder eine Burg oder eine Ruine auf dem Gipfel trägt, kommen zahlreiche kleine Kegelchen mit z.T. bezeichnenden Namen wir der "Galgenberg" nördlich von Bohlingen, der "Schwindel" westlich von Mühlhausen oder gar der "Heilsberg" nördlich von Gottmadingen. Sie alle bewogen den Heimatdichter Ludwig Finck zu seinem am Bodensee oft zitierten Bild " des Herrgotts Kegelspiel" für den Hegau. Doch zieren ihn nicht nur die Hügel, der Aachtopf ist beispielweise die größte Karstquelle Deutschlands. Einen Besuch wert sind auch der Eiszeitpark bei Bittelbrunn mit seinen in Europa einmaligen steinzeitlichen Fundorten Peterfels und Gnirshöhle und die Halbinsel Höri zwischen Stein am Rhein und Radolfzell. Berühmte Bewohner waren Hermann Hesse und Otto Dix. Hesse lebte von 1904 bis 1912 in Gaienhofen in einem alten Bauernhaus, Dix wurde nach seiner Entlassung von der Kunstakademie in Dresden 1933 auf Schloss Randegg beherbergt. Fern ab vom großen Gästerummel und dennoch mitten im Leben bietet der Hegau streßgeplagten Städtern vor allem eines: Natur, Schönheit und Ruhe. für den Kasten:.

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