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Viola Eigenbrodt im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg_des Herrgotts Kegelspiel - Der Hegau am Bode

www.viola-eigenbrodt.de

Des Herrgotts Kegelspiel - Der Hegau am Bodensee

Auf dem Weg nach Kummerland, wo Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, Prinzessin LiSi befreien wollen, müssen die tapferen Lummerländer durch das "Land der tausend Vulkane". Dort bewohnt jeder Drache seinen eigenen Vulkan, je nach Größe mini oder riesig. Ob Michael Ende den verträumten Hegau vor Augen hatte, ist nicht mehr zu klären, aber genau dort erheben sich kleine Vulkankegel wie ehemalige Behausungen sagenhafter Märchentiere, viel heimeliger als in der Vulkaneifel. Kaum ein anderes Gebiet in Südwestdeutschland ist durch solch unterschiedliche Landschaftscharaktere geprägt wie der Bodensee, kaum ein anderes so geschichtsträchtig wie das schwäbische Meer. Und so verschieden sind auch die Bewohner eines Raums, der drei Länder umfaßt.

Das war natürlich nicht immer so, die - vielleicht - bekanntesten Ureinwohner dieser lieblichen Gegend sind die Steinzeitmenschen von Überlingen, damals, als sich das Schwäbische vom Schwitzerdütschen und Vorarlbergerischen noch nicht so sehr unterschied. Noch älter als die ersten Häuslebauer ist die Gegend im kulturhistorischen Sinn, besonders der Hegau verweist auf eine uralte Biografie. Zum Glück ist er noch nicht von Besuchern überlaufen und hat sich damit sein verzaubertes Ambiente bewahren können. Geografisch exakt beschrieben liegt er zwischen Bodensee im Osten, Hochrhein im Süs24 den, Donau im Norden und dem Randen als südwestlichem Ausläufer der Schwäbischen Alb im Westen.

Viola Eigenbrodt im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg über Barbara Clemens

Entstanden sind die ehemaligen Feuerspeier vor ungefähr 14 Millionen Jahren, in der Mitte des Miozäns, durch Explosionen, da dieses Gebiet am Schnittpunkt zweier Störungssysteme liegt. Was sich bis heute durch kleinere Erdbeben bemerkbar macht. Die Folge waren ein gutes Dutzend Vulkane, durch die sich eine mächtige Tuffschicht bildete und ein paar Millionen Jahre später der Hegauer Basalt. Die Gletscher der Eiszeit vor 150 000 Jahren räumten dann den Tuff ab, der Basalt aber war stärker, und genau das prägte das Aussehen der heutigen Landschaft. Am Ende der Eiszeit siedelten die Rentierjäger im Wasserburgertal, beim Petersfels sowie im Umfeld der Gnirshöhle. Funde aus der Steinzeithöhle Petersfels bei Bittelbrunn zeigen, dass - vor den Überlinger Jungsteinzeitlern - erste Menschen bereits in der Altsteinzeit im Hegau gewesen sein müssen. Hier vorhandenes "Bohnerz" verleitete in vorchristlicher Zeit die Menschen dazu, bevorzugt in der Hegaualb zu siedeln, die Kelten waren in der Gegend und prägten sie, Grabhügel aus der sogenannten Hallstattzeit (800–400 v. Chr.) beweisen dies. Und etliche der heutigen geographischen Namen sind keltischen Ursprungs, Hegau selbst leitet sich von "kewen" Bergbuckel zusammen mit „Gau", einer sehr alten Bezeichnung für einen Verwaltungsbezirk, entstand aus „hewen"-gau. Dann kamen wie beinahe über all die Römer.

Die Gegend gehörte nunmehr ab 50 v. Chr. für zweihundert Jahre zur römischen Provinz „Raetien". Danach bestimmten die Alemannen, die Franken, die die Bewohner christianisierten und die Karolinger den Bodensee, in der Folgezeit wechselten je nach Kriegslage die Herrschaften. Nach dreihundertfünfzig Jahren als Teil von Vorderösterreich wurde die Region 1805 Württemberg zugeteilt, 1810 Baden. Da die Schlote zum Glück heute nicht mehr rauchen, kann man zwischen den Kegeln und auf sie hinauf gut wandern, radfahren, skaten oder auch mit dem Auto auf Erkundungstour gehen. Die bekannteste Erhebung der Gegend, der Hohentwiel mit 686 m. gilt als Wahrzeichen der Stadt Singen

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