| Seinen 50. Geburtstag feierte das Deutsche Apothekenmuseum am 18. Dezember 2007 begehen, dazu haben der Vorstand der Deutschen Apotheken Museum-Stiftung und OB Eckart Würzner geladene Ehrengäste auf das Schloß eingeladen. Schon allein die Platzierung scheint für die Alchimistenwerkstatt und Hexenküche nicht günstiger gewählt zu sein. Inmitten der historischen Mauern steigt man erwartungsvoll in kühle Gewölbekeller des Ott-Heinrich-baus. Doch nicht Finsternis und Grauen erwarten den gespannten Besucher, sondern helle Räume mit verständlich beschrifteten Vitrinen und natürlich den Exponaten. Komplette Einrichtungen alter Apotheken bilden den ersten Blickfang. Doch wird zuerst ein chronologischer Überblick zu der allgemeinen Entwicklung des Apothekenwesens von der Antike, über das Mittelalter bis in die Gegenwart des deutschsprachigen Raums gegeben. Hier erfährt man viel über die Verbindungen von Aberglauben mit Quacksalberei, echter Arzneikunde und deren Studium. Denn, wie man in den nächsten Räumen erfahren kann, war der Apothekerberuf in früheren Zeiten ein Lehrberuf, der sich bis zu acht Jahren hinziehen konnte! Ellenlange Gesellenbriefe mit Schnörkelschrift und feingemalten Siegeln, Graphikbücher aus dem frühen fünfzehnten Jahrhundert berichten davon. Die prächtigen Originaleinrichtungen der Apotheken, die Offizine, sind teilweise mit Alligatoren, die über der Theke hängen, eindrucksvoll inszeniert. Eine der frühsten, und auch eine der schönsten ist dabei das Offizin des Klosters St.Ursula aus Klagenfurt, mit leuchtend blauen Fayencen. Der Medizin, dem Arzneimittel ist einer der Schwerpunkte der Ausstellung gewidmet. Eine umfangreiche Sammlung aus der Zeit des 17.-19- Jahrhundert erklärt die Herstellung der Drogen aus Kräutern, Mineralien und Tieren (gelegentlich auch Menschen) und das Wissen über ihr Wirken. Nach Paracelsus wurde dabei die Natur beobachtet, die Zeichen auf den alten Etiketten sind nach dessen Signaturenlehre entstanden. Passend zur Wirkung findet man in den nächsten Räumen Vitrinen mit den verschiedensten Arzneiformen. Modelle für Pastillenstecher, Pillenbretter oder Tablettenpressen, aber auch Pillenversilberer laden zum Verweilen ein. Konfekt wurde übrigens damals nur in Apotheken hergestellt, wegen der Formen. Wie die Apotheker ihre Materialien schließlich zur bestellten Arznei kochten, destillierten, pressten oder rührten zeigt die Material-und Stoßkammer, die neben etlichen Mörsern in allen Größen auch alte Waagen, große Korbflaschen, Wiegemesser und Destillationsapparate zeigt. Last not least findet sich der Gast im sogenannten Apothekerturm, der so heißt, obwohl sich keine Apotheke darin nachweisen ließ. Unter einer lichten Kuppel entfaltet sich das Labor. Wie im Laufe der Jahre die Alchimie zum analytischen Verfahren wurde, lässt sich hier am besten nachvollziehen. Eine der wichtigsten Techniken für den Apotheker war die Destillation. Aber auch Filtriergeräte, Salbenmühlen und Polarisationsgeräte gibt es zu Bewundern. Der gesamte Laborbereich war oft in weiblicher Hand, ob daher Frauen gerne als Giftmischerinnen verschrien wurden? Ein Mineralwasserapparat half die Qualität des Wassers zu prüfen, früher haben das auch die Apotheker übernommen. Schließlich befindet sich hier auch noch die Mühle, mit der Friedrich Koch das Chinin aus der Chinarinde "erfand".
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