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Verwandlung in der Städtischen Galerie Fruchthalle Rastatt im SWO | Kunstportal Baden-Wür

Städtische Galerie Fruchthalle Rastatt

16. Januar bis 22. März 2009 | Bestandsausstellung:

VerWandlung – Transformation der Moderne

Ausgesuchte Werke aus der Sammlung Rastatt mit den Sammlungen Lütze und Westermann

Mit Ausnahme von freistehenden Objekten und Installationen ist üblicherweise die Wand Bildträger für die Darstellungen der Kunst, die ursprünglich direkt in den Wandputz appliziert waren, sich dann aber durch bewegliche Malgründe wie Holz oder Leinwand gegenüber der Hängefläche verselbständigten, auf die sie jedoch weiterhin bezogen blieben. Auch wenn es innerhalb der Moderne vereinzelt die Tendenz gibt, eine solche Vorgabe und die mit ihr verbundenen Einschränkungen zu durchbrechen und zu überwinden, verkörpert die Wand gleichsam den wandellosen, unerlässlichen Projektionsgrund, auf dem sich das Kunstgeschehen kulturgeschichtlich abspielt. Selbst Installationen benötigen Wände zur Einfassung der Räumlichkeit, in die sie integriert sind, um die entsprechende Raumwirkung entfalten zu können.


Bestandsausstellung Verwandlung in der Städtischen Galerie Rastatt im SWO | Kunstportal Baden-Württemberg

Vitrine mit Boxen der Sammlung Westermann, Martin Uhlig (hinten)
Big 60 K) auf Klick

Als relativ neutrale Bezugsgröße bietet die Wand den Kunstwerken die Möglichkeit, in Gestalt imaginärer Fenster aufzuscheinen und darin den Blick auf „Weltanschauungen“ und die ihnen zugehörigen Wahrnehmungshorizonte zu öffnen. Gleichgültig ob es gilt, nur eine leere Wand zu füllen oder einen ganzen Raum zu gestalten, jedes Mal beeinflussen die mit den Mitteln der Kunst hervorgebrachten Fensteröffnungen wesentlich ihr ikonographisches Umfeld und beschreiben die ästhetische Position ihres zeitlichen Kontexts. Mit der Zeit werden die aufgehängten Öffnungen allerdings vom Wandel der künstlerischen Wahrnehmung und der Veränderung der Sehgewohnheiten eingeholt. Die Bildfenster verschleißen und verschließen sich, woraufhin sie abgehängt und entweder durch neue oder durch vergangen geglaubte Öffnungen, die reaktiviert werden und eine Renaissance erleben, ersetzt werden. Die Wand wird auf diese Weise zum Ort der Verwandlung und zum Prüfstein für die Beständigkeit eines Kunstwerks und dessen zeitlose Qualität.

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