| Verzerrungen und Bewegungsunschärfen, Mehrfachbelichtungen und Experimenten mit der Farbfotografie galt seine Leidenschaft ebenso wie dem Fotogramm, also der „Fotografie ohne Kamera“, die er zur „Rayographie“ weiterentwickelte. Neue Möglichkeiten einer schöpferischen Bildsprache eröffneten sich ihm nicht zuletzt durch die zunehmend perfektionierte Technik der Solarisation, ein Verfahren der Überbelichtung, das geradezu ein Markenzeichen der künstlerischen Fotografie Man Rays wurde. Neben den freien Werken entstanden kommerzielle Modefotografien für Zeitschriften wie „Vogue“ oder „Harper’s Bazaar“. Auch bei diesen Aufnahmen bevorzugte er traumhaft-surreale Arrangements und setzte seine Modelle mittels Spiegelungen und Doppelbelichtungen wirkungsvoll in Szene.
Sigmar Polke: Ohne Titel (Oberkasseler Brücke), 1971-83 Fotoarbeit, mit verschiedenen Farben übermalt, Städtische Galerie Karlsruhe, Sammlung Garnatz, © Sigmar Polke Big (156 K) auf Klick Man Ray, der mit bürgerlichem Namen Emmanuel Radnitzky hieß, floh 1940 vor den deutschen Besatzungstruppen über Lissabon nach New York und ließ sich anschließend in Hollywood nieder. 1951 kehrte er nach Paris zurück. Dort lernte er 1956 den passionierten Fotografiesammler und Publizisten L. Fritz Gruber (1908–2005) kennen, mit dem er zwei Jahrzehnte lang beruflich und freundschaftlich verbunden war. Diesem Kontakt sind u.a. die Einzelausstellung des Künstlers im Rahmen der „photokina“-Bilderschau in Köln 1960 oder das 1963 erschienene Buch „Man Ray Portraits“ zu verdanken. Im Laufe der Jahre haben L. Fritz Gruber und seine Ehefrau Renate Gruber darüber hinaus eine facettenreiche Sammlung mit Originalen und dokumentarischem Material zu Leben und Werk Man Rays zusammengetragen, aus der zahlreiche Leihgaben für die Ausstellung zur Verfügung gestellt werden.
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