| In der Fächerstadt standen er und seine Frau Alwine, eine anerkannte Blumenmalerin, schon bald nach ihrer Übersiedlung im Mittelpunkt des hiesigen Künstlerkreises, zu dem auch berühmte Komponisten und Dichter wie Johannes Brahms oder Josef Victor von Scheffel gehörten. Die Ausstellung ist die erste Retrospektive seit 1905: Mit etwa 150 Exponaten, darunter zahlreiche Leihgaben aus bedeutenden deutschen Museen, vermittelt sie einen repräsentativen Querschnitt durch die malerischen und grafischen Arbeiten des 1875 in Karlsruhe verstorbenen Künstlers.
So wird mit dieser Präsentation ein spannendes Kapitel der Karlsruher Kunstgeschichte aufgeschlagen, das lange Zeit wenig Beachtung fand. Ausgangspunkt hierfür ist die „Schenkung Otto und Carrie Schroedter“, die der Stadt Karlsruhe im Februar 2003 übereignet wurde. Sie umfasst mehr als hundert Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken von Adolph Schroedter aus allen seinen Schaffensphasen, außerdem Arbeiten auf Papier von seiner Frau Alwine. Was sich zunächst als Verpflichtung darstellte – im Schenkungsvertrag wurde festgelegt, dass die Kunstwerke in den nachfolgenden Jahren öffentlich präsentiert und in einem begleitenden Katalog dokumentiert werden sollten – erwies sich bald als willkommene Gelegenheit, ein überraschend facettenreiches künstlerisches Gesamtwerk vorzustellen und die Aufmerksamkeit zugleich auf eine besonders lebendige Phase des Kulturlebens in Karlsruhe zu lenken.
Zur Ausstellung ist ein informativer und reich bebilderter Katalog erschienen (19,80 €).
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