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Städtische Galerie Karlsruhe im Kunstportal Baden-Württemberg: Kunst der 20er Jahre in Karlsruhe

Städtische Galerie Karlsruhe
im Kunstportal Baden-Württemberg


staedtische-galerie@karlsruhe.de

10. Dezember 2005 - 12. März 2006 | "Die 20er Jahre in Karlsruhe“

Karlsruher Motive in der Ausstellung die „Die 20er Jahre in Karlsruhe“

Überfüllte Hinterhöfe und eine enge Schulstube in der Weststadt

Überblicksschau in der Städtischen Galerie noch bis 12. März

Für die Karlsruher Kunst in den 20er Jahren stehen vor allem drei Künstlernamen: Karl Hubbuch, Georg Scholz und Wilhelm Schnarrenberger. Sie und ihr Werk markieren den Mittelpunkt der großangelegten Überblicksschau „Die 20er Jahre in Karlsruhe“, die noch bis 12. März in der Städtischen Galerie im Lichthof 10 des ZKM-Gebäudes zu sehen ist.

Die drei Künstler haben den Ruf Karlsruhes als eines der Zentren der Neuen Sachlichkeit in ihrer Zeit begründet. Sie haben in Karlsruhe gelebt und an der damaligen Landeskunstschule als Professoren gelehrt. Zwar beschworen sie nicht – wie die Verfechter der traditionellen naturalistischen Malerei – die motivische Heimatverbundenheit, dennoch finden wir bisweilen in den Arbeiten der namhaften Maler Ansichten von Karlsruhe und seiner Umgebung. Sie machen den Besuch der Ausstellung auch zu einer spannenden Reise in die Vergangenheit der Fächerstadt.

Wie war der Schulalltag vor 80 Jahren? Diese Frage lässt sich vor Karl Hubbuchs Gemälde „Die Schulstube“ von 1925 leicht beantworten. Er zeigt uns den Blick in ein düsteres Klassenzimmer, in dem die Pennäler eng zusammengedrängt sitzen. „Das ist doch meine alte Schule!“, so stellte schon der eine oder andere Kunstfreund überrascht fest. Denn Karl Hubbuch zeigt hinter den großen Glasfenstern die Fassaden entlang der Nelkenstraße. Somit steht fest: Es handelt sich zweifellos um die Gutenbergschule.

Das etwas freudlose Schülerdasein vor mehrstöckigen Gründerzeithäusern in der Weststadt hier, völlig überbelegte Innenstadtwohnungen dort: Karl Hubbuch schaut auch in die „Hinterhöfe in Karlsruhe“ (um 1933/34). Die Menschen quellen schier aus den kleinen Fenstern. Unzählige Figuren gehen zwischen den Fassaden, die mit Wäscheleinen verbunden sind, den unterschiedlichsten Beschäftigungen nach. Überragt wird die überfüllte Szenerie vom Rathausturm und dem Turm der Stadt-kirche. Das drohende politische Unheil kündigt sich an: Eine Hakenkreuzfahne ist gehisst.

Wilhelm Schnarrenberger verwendete Karlsruher Ansichten gerne als Hintergrund. Das „Porträt eines Architekten“ von 1923, das seinen Freund Karl Kölmel zeigt, lässt den Betrachter in einen Hof mit den Möbelwagen der Karlsruher Spedition Eugen von Steffelin blicken, während die Personen auf dem Bild „Die Freunde“ von 1924 dicht gedrängt am Fenster in der Wohnung des Künstlers stehen. Schnarrenberger lebte damals in der Südendstraße, der Blick nach draußen gibt die Hirschstraße wieder.

Raus aufs Land zog es – wie Jahrzehnte zuvor die Landschaftsmaler und Mitglieder der Grötzinger Malerkolonie – Georg Scholz. In dem einst beschaulichen Pfinztal allerdings hat die „neue Zeit“ bereits ihre Spuren hinterlassen: Auf den beiden Land-
schaftsdarstellungen von Scholz in der Ausstellung sieht man Industrieschlote aufragen, Fabrikhallen die Landschaft einnehmen und eine Eisenbahnlinie die Felder zerschneiden. Verschwunden ist das Idyll.

Die Kunstakademie befand sich einst am Scheffelplatz. Das erfährt man auf einem Stillleben von Willi Müller-Hufschmid, der in den 20er Jahren als Meisterschüler ebenfalls eine neusachliche Malweise pflegte. Der Blick aus seinem Atelier auf das noch mit Figuren geschmückte Scheffel-Denkmal verrät es. Der Hausmeister der Kunstschule posiert auf seinem Bildnis vor der Fassade der Einrichtung, die im Zweiten Weltkrieg zerstört und an deren Stelle die neuen Bildhauerateliers der Akademie errichtet wurden.

Bekannt für seine stimmungsvollen, spätimpressionistischen Ansichten der Fächerstadt ist auch ein weiterer Künstler, dessen Werk in der Ausstellung die Präsentation der Kunst der 20er Jahre über die neusachliche und traditionelle Malweise hinaus erweitert. Hermann Goebel wählte als Motiv das Erbgroß-herzogliche Palais, in dem sich heute der Bundesgerichtshof befindet, für eine reizvolles Aquarell. Die bauliche Situation erweist sich als beinahe unverändert, wären da nicht die Reste des einstigen Karlstores zu sehen.

Die Ausstellung läuft noch bis 12. März. Die Öffnungszeiten sind Mittwoch 10 bis
20 Uhr, Donnerstag und Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr. Mittwochs, donnerstags sowie samstags und sonntags werden öffentliche Führungen angeboten, die auch die Karlsruher Motive berücksichtigen.

An den letzten drei Ausstellungstagen (10. bis 12. März) bleibt die Ausstellung jeweils bis 21 Uhr geöffnet!

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