| Die Facetten dieses faszinierenden künstlerischen Jahrzehnts in Karlsruhe rückt nun die umfangreiche Sonderschau „Die 20er Jahre in Karlsruhe“ mit Werken der Malerei, Grafik und Bildhauerei, aber auch mit Fotografie, Kunsthandwerk und Architekturgeschichte in der Städtischen Galerie Karlsruhe in den Blickpunkt. Weit mehr als 350 Exponate, darunter zahlreiche internationale Leihgaben, beleuchten auf zwei Etagen im Lichthof 10 des ZKM-Baus das gesamte künstlerische Spektrum einer Dekade, in der eine Stilrichtung zwar deutlich herausragt, jedoch von unterschiedlichen künstlerischen Positionen begleitet wird.
Bild oben_Karl Hubbuch; Mit Fön und Fahrrad, 1928/29 Lithokreide, aquarelliert; 57 x 74 cm; Privatsammlung Offenbach Neben dem Verismus und der Neuen Sachlichkeit, die ihren Ausgangspunkt u. a. in der Auseinandersetzung der Gruppe Rih mit Kunstbewegungen der Avantgarde haben, behauptet sich auch ein heimatverbundener Naturalismus in der Tradition des in Karlsruhe lange wirkenden Akademie- und Kunsthallendirektors Hans Thoma. Aus diesen beiden parallel verlaufenden Stilrichtungen entwickelt sich zum Ende des Jahrzehnts ein von der völkisch-nationalen Kritik geschürter Gegensatz, der den schon länger schwelenden „Kulturkampf“ auf die Spitze trieb. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und der Entlassung der meisten Professoren der Akademie 1933 endet dieses Jahrzehnt des künstlerischen und kulturellen Aufbruchs.
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