| Für den surrealistischen Übervater André Breton war die neue Kunstepoche „ein Mittel der totalen Befreiung des Geistes“ und außerdem ein rein psychischer Automatismus, „durch den man mündlich oder schriftlich oder auf jede andere Weise den wirklichen Ablauf des Denkens auszudrücken sucht.“ Dass aus seinen ein wenig bizarren Überlegungen eine der erfolgreichsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts werden sollte, konnte er 1924, als die bedeutungsschweren Worte zu Papier gebracht wurden, freilich noch nicht ahnen.
Doch wer in diesen Tagen und Wochen einen Blick in die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wirft und neben den etwa 500 Exponaten auch die beachtliche Anzahl von Besuchern registriert, kann keinen Zweifel mehr daran haben, dass der Surrealismus bei aller Egozentrik und Verstiegenheit auch eine Kunst des gesamten gesellschaftlichen Organismus war und geblieben ist.
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