| Michel Piccoli hat den französischen Film geprägt wie kein Zweiter. In mehr als 200 Kino- und Fernsehproduktionen brillierte er als formvollendeter Gentleman, der sich allerdings auch in den Abgründen der bürgerlichen Existenz wohl und zuhause fühlte. Wie etwa 1974 in dem berühmten Streifen „Trio Infernal“: An der Seite von Romy Schneider und Mascha Gonska mimt Piccoli hier einen geschniegelten Rechtsanwalt, der aus Geldgier zum skrupellosen Mörder wird. Zwielichtige Charaktere, die den Zuschauer irritieren, täuschen und verunsichern, sind seine Spezialität geblieben, doch der Superstar hat sich nicht nur als Leinwanddarsteller einen Namen gemacht. Ganz nebenbei spielt er Theater, führt Regie, schreibt Drehbücher, berät junge Kollegen, und als Produzent hat er sich auch schon versucht.
Piccolis Lebenswerk verdient sich also mit Leichtigkeit die Prädikate imposant und einzigartig, doch ans Aufhören denkt er deshalb noch lange nicht. Nach Auftritten in Manoel de Oliveiras „O Espelho Mágico“ und Vadim Glownas „Seven Heroes“ wird er voraussichtlich 2006 als Juliette Binoches Filmvater in dem Thriller „Les Disparus“ zu sehen sein. Doch bis dahin steht noch ein wichtiger Termin auf dem Programm, und der ist ausnahmsweise privater Natur. Am 27. Dezember feiert Michel Piccoli seinen 80. Geburtstag.
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