| Es hat lange Jahre gedauert, bis Allan Pettersson, dessen symphonisches Gesamtwerk nun vollständig auf CD vorliegt, als einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts entdeckt und anerkannt wurde. Zu kompromisslos, eigenwillig und unvergleichbar ragte seine Erscheinung in die Musikgeschichte hinein, zu nachhaltig störten sein Ego und Credo eine selbstgefällige Moderne, die sich von der bloßen Variation der technischen Mittel immer wieder eine ästhetische Revolution versprach.
Pettersson demonstrierte dagegen, dass traditionelle Formen durch emotionale Radikalität und die Zwanghaftigkeit des künstlerischen Ausdrucks erfüllt und gleichzeitig überwunden werden können. Dass sein symphonisches Gesamtwerk – mit Ausnahme der vom Komponisten zurückgezogenen 1. und der Fragment gebliebenen 17. Symphonie - nun auf Tonträger gebannt wurde, darf als diskographische Großtat ersten Ranges gelten, zumal die Einspielungen die Veranschaulichung seines musikalischen Lebenswerks mit einer hochkarätigen, oft kongenialen Interpretation der exorbitant schwierigen Partituren zu verbinden wissen.
Gustav Allan Pettersson wurde am 19. September 1911 in Västra Ryd geboren und wuchs in Verhältnissen auf, die einer künstlerischen Entwicklung nicht eben günstig waren. Der trunksüchtige, gewalttätige Vater, dem die unterwürfige Ehefrau wenig entgegenzusetzen hatte, wollte die Liebe zur Musik im Keim ersticken, scheiterte aber an dem unbeugsamen Willen seines Sohnes, der in Stockholm studierte und sich in den 30er Jahren an ersten kleineren Kompositionen versuchte. 1939 wurde Pettersson Bratschist im Orchester der Stockholmer Konzertgesellschaft und blieb dort bis 1952. Ein Jahr später wurde die rheumatische Polyarthritis diagnostiziert, die ihn langsam, aber unerbittlich verkrüppeln sollte.
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