| „Zu trinken gab es nie zuviel, und abends wußt´ ich immer, wo Du warst!“ Die Welt von „Element of Crime“ wäre an sich ganz in Ordnung, wenn sie nicht immer nur von der Vergangenheit ernährt würde. Doch all die Geschichten über den Verlust von Liebe, Glück und Perspektiven haben die Band schließlich berühmt gemacht. In dieser Woche erscheinen gleich zwei CDs als musikalische Retrospektiven der Jahre 1985-1996.
Und das ist auch gut so, denn in den letzten 17 Jahren hat sich schließlich einiges angesammelt. Während dieser beeindruckenden Zeitspanne, in der andere Bands sich fünfmal auflösen und zehnmal neu gründen, machen sich Sven Regener (Gesang, Gitarre, Trompete), Jakob Ilja (Gitarre), Richard Pappik (Schlagzeug) und der schon obligatorisch wechselnde Bassist nun bereits ihre Gedanken über das Leben im Besonderen und die Welt im allgemeinen. Ihr Befund ist zumeist wenig erfreulich, aber die literarische und musikalische Verpackung sorgt schließlich doch dafür, dass die Hörer Element-Auftritte ohne präzise Suizidgedanken verlassen können. Stattdessen werden die meisten genau das Gefühl haben, dass die Qualität der Band eigentlich ausmacht. Das Gefühl nämlich, jemandem zugehört zu haben, der überraschend viele eigene Gedanken auf den Punkt oder Akkord bringt. Dieses Talent war Element auch schon in der englischsprachigen Phase eigen, obwohl oder gerade weil sich die Jungs seinerzeit um einiges zorniger und ruppiger gaben als heutzutage. Insofern ist die eine CD-Veröffentlichung, die 13 Tracks und ein Video aus den Jahren 1985-1990 vereint, besonders zu begrüßen. Denn die Aufnahmen dokumentieren eindrucksvoll, dass Element of Crime schon damals wenig ferner lag, als sich dem kommerziell sicher erfolgreicheren Mainstream anzuschließen.
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