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"Mozarts Musical?"„Mozarts Musical“ ist ein Interview mit dem Regisseur Gregor Horres und dem Dirigenten Peter Kuhn überschrieben, das im Programmheft des Theaters Bielefeld als interpretatorischer Leitfaden zur Neuinszenierung der landauf landab gespielten „Zauberflöte“ dient. Horres betont darin sein Vertrauen in die „Tradition komischen Volkstheaters“, die er allerdings „im modernen Sinn als Comedy“ verwirklichen will. Das klingt nicht gut, wenn man bedenkt, wie turmhoch Mozarts spätes Meisterwerk – trotz aller sattsam bekannten Unzulänglichkeiten des stellenweise unterirdischen Textbuches - über jenen musikalischen, geistigen und emotionalen Abfallprodukten steht, die allein schon den Begriff „Musical“ in den letzten drei Jahrzehnten diskreditiert haben. Vom Absturz der Comedy auf das flachbrüstige Niveau banalster Witzeleien einmal ganz zu schweigen.
Und doch geht die Bielefelder Rechnung über weite Strecken auf. Denn der schnelle Ärger, der sich über James Bond-Papageno und Marlene Jaschke-Papagena unvermeidlich aufdrängt, zerschmilzt bei der Betrachtung des Sarastro, der in dieser Inszenierung zum schnöseligen Verbreiter inhaltsleerer Sprechblasen verkommt. Sein Gefasel von den heiligen Hallen, in denen man die Rache angeblich nicht kennt, hat die Verständnislosigkeit Papagenos schließlich allemal verdient. Also ist es auch kein Wunder, dass sich Tamino und Pamina wie weiland Peter Kraus und Conny Froboess mit der gehörigen Portion Schnoddrigkeit durch die maskenhaften Kulissen seines debilen Selbst- und Weltverständnisses schlagen.
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