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Stegemann Musikkritik 57a

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

"Alle Schubert-Lieder auf CD“
Ehrgeiziges Editions-Projekt will neue Maßstäbe setzen und alte Hörgewohnheiten ändern“

Obwohl Franz Schubert ohne Zweifel zu den populärsten deutschen Liedkomponisten zählt, ist ein Großteil seiner Werke für Singstimme und Klavierbegleitung in der Öffentlichkeit völlig unbekannt. Denn das jungverstorbene Genie schuf nicht nur weltberühmte Zyklen wie „Die schöne Müllerin“ oder „Die Winterreise“, sondern insgesamt rund 700 Lieder, die zum Teil in sehr unterschiedlichen Fassungen vorliegen. Schuberts Vorliebe für dieses von nahezu allen Romantikern favorisierte Genre entsprach nicht nur einer zeitgenössischen Modeerscheinung, die in Eichendorffs „Schläft ein Lied in allen Dingen“ ihren sprichwörtlichsten Ausdruck fand. Sie war ganz sicher auch dem Umstand geschuldet, dass seine Symphonien, Opern und geistlichen Werke beim breiten Publikum zunächst kaum Beachtung fanden, wenn sie denn überhaupt aufgeführt wurden.

Schuberts Lieder erfreuten sich größerer Beliebtheit und gaben dem Komponisten wenigstens hin und wieder Gelegenheit, im Kreis von Freunden und Bekannten als Pianist und – „mit schwacher, aber sympathischer Stimme“ (Leopold von Sonnleithner) – auch als Sänger in Erscheinung zu treten.

Mit einem ehrgeizigen, bis zum Jahr 2005 terminierten Projekt will das Plattenlabel „Naxos“ das eingeschränkte Blickfeld der Musikfreunde nun grundlegend korrigieren. Bis dahin sollen alle Lieder und mehrstimmigen Gesänge auf mehr als 30 CDs vorliegen. Die einzelne Silberscheibe kommt dabei zum Naxos-üblichen Niedrigpreis von etwa 5 € in die Läden.

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