| Wenn es eine Tradition gibt, der ich mich angehörig fühle, so ist es diese: Kunst als Freiheit zu verstehen, aus Freiheit entstanden und zu Freiheit verpflichtend." Wolfgang Rihm (geb. 1952), einen der profiliertesten Komponisten seiner Generation, hat dieses Bekenntnis nicht daran gehindert, immer wieder mit musikalischen Traditionen zu experimentieren. Auf einer bei edel erschienenen CD begleitet das akribisch vorbereitete Klangforum Wien unter Sylvain Cambreling Rihm bei dem Versuch, das Spannungsverhältnis zwischen künstlerischer Freiheit und formaler Festlegung in immer neuen Varianten auszuloten.
Die Ensemblestücke "Gejagte Form" (1995/96), "Verborgene Formen" (1995/97), "Chiffre I" (1982) und "Silence to be beaten" (1983) verblüffen den Hörer vornehmlich durch ein planvolles Neben- und Miteinander von Ruhe und Ausbruch, erdrückendem Anspruch und humoristischem Überschlag. Der Mensch ist eben nur da ganz Mensch, wo er spielt. "Ich glaube an die Unberechenbarkeit der Kunst (neben ihrer Unbezahlbarkeit), an ihre gänzlich individuelle Entfaltung und letztendliche Unerklärbarkeit." (Wolfgang Rihm)
Wolfgang Rihm, Gejagte Form, edel (Kairos)
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