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Stegemann Musikkritik 33a

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Die Auferstehung des Expressionismus -
Kölns Opernhaus reanimiert drei frühe
Einakter von Paul Hindemith

Als die drei Einakter "Mörder, Hoffnung der Frauen", "Sancta Susanna" und "Das Nusch Nuschi" 1921 in Stuttgart uraufgeführt wurden, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Vor allem Sancta Susanna,die dem gekreuzigten Heiland im sexuellen Delirium seinen Lendenschurz abreißt, stieß auf wenig Gegenliebe und noch weniger Verständnis.
Die "Deutsche Musikerzeitung" attestierte dem Komponisten Paul Hindemith zwar, "dass er ein Berufener ist" und zu den schönsten Hoffnungen berechtigt".

Doch die überwiegende Mehrheit der Zuschauer und Journalisten war anderer Meinung. Die drei bizarren, erotisch und ästhetisch überdrehten Grotesken nach Texten von Oskar Kokoschka, Franz Blei und August Stramm wurden als Paradebeispiel für die "Verwilderung unseres Kunstlebens" abgekanzelt - und - was wichtiger ist - seit den frühen 20er Jahren von einem renommierten Opernhaus mehr gemeinsam auf den Spielplan gesetzt.
Daran war der Komponist nicht unschuldig. Schließlich verbot Hindemith die Aufführung seines Triptychons höchstpersönlich - 1934 aus Rücksicht auf die braunen Machthaber und Ende der 50er Jahre noch einmal aus verändertem Geschmacksempfinden.

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