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Sie galt als Hoffnungsträgerin des an Komponistinnen nicht eben reichen 18. Jahrhunderts, doch die Musikgeschichte verwehte ihre Spuren. Anna Bon „die Venezia“ wurde um 1740 geboren, am seinerzeit berühmten Ospedale della Pieta ausgebildet und erhielt in jungen Jahren eine Anstellung am Hof der Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, der ältesten Schwester Friedrichs des Großen. Anschließend dürfte sie in Esterhazy mit dem dortigen Kapellmeister Joseph Haydn gearbeitet und ab 1767 am Hof in Hildburghausen gelebt haben. Von ihren Werken, zu denen auch eine Oper gehört haben soll, sind nur wenige erhalten geblieben. Immerhin liegen die sechs galanten, technisch aber nicht anspruchslosen Flötensonaten aus Mozarts Geburtsjahr 1756 nun in einer wahrhaft graziösen Neueinspielung vor. Silvia Moroni (Traversflöte) und das Ensemble Oberon erwecken die geregelte Welt höfischer Unterhaltungsmusik mit unangestrengten Auftritten zu neuem Leben.
Anna Bon: Sonaten da Camera Nr. 1-6, Tactus
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