|
Keine Arie von Mozart, Donizetti, Offenbach oder Strauss kann ihr halsbrecherisch genug sein. Doch Starsopranistin Natalie Dessay geht es nicht um bloße Stimmakrobatik oder die Verblüffung des Publikums. Die Seele soll singen, mit diesem exorbitanten Anspruch nähert sich die Französin nun erstmals drei Kantaten von Johann Sebastian Bach, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier die exaltierte Jubelarie "Jauchzet Gott in allen Landen", dort die lebensmüde Klage "Ich habe genug", abschließend das selbstquälerische Gebet "Mein Herze schwimmt im Blut".
Dessay inszeniert die gegensätzlichen Stimmungen mit gewohnter Brillanz und einer in dieser Konsequenz überraschenden meditativen Inbrunst, die vor allem das Wiegenlied „Schlummert ein, ihr matten Augen“ zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden lässt.
Einziger Wermutstropfen: Das Ensemble Le Concert d'Astreé schlägt unter der obligatorisch energiegeladenen Leitung von Emmanuelle Haïm bisweilen etwas zu forsche Tempi an.
Johann Sebastian Bach: Kantaten BWV 51, 82a & 199, Virgin
zurück zur Übersicht bitte | |