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Als der Klavier spielende Hans Pfitzner und das weltberühmte Rosé-Quartett das Quintett op.23 im November 1908 zur Uraufführung brachten, konnte das Berliner Publikum mit dem monströsen, gut vierzigminütigen Opus nicht das Geringste anfangen. Und auch dem zeitgenössischen Hörer fällt es nicht leicht, dem sperrigen Werk auf seinen wutentbrannten, mal klar strukturierten, mal sprunghaft improvisierten Wegen zu folgen. Doch bei genauerer Betrachtung erschließt sich in der brillanten Umsetzung des Ensembles Ulf Hoelscher ein aufregender Klangkosmos, der direkt zu Pfitzners Meisterwerk „Palestrina“ führt. Das Sextett für Klavier, Klarinette, Violine, Viola, Cello und Kontrabass, das der Komponist im Sommer 1945 in einem Krankenhaus in Partenkirchen schrieb, ändert den Tonfall vollkommen. Doch aus der Weltabgewandtheit dringt auch hier die bohrende Frage nach dem Sinn des Lebens, auf die der mühsam eines Besseren belehrte Nationalkonservative Pfitzner nun nur noch eine Antwort finden kann: Die Kunst heilt alle Wunden. Aber tut sie das wirklich?
Hans Pfitzner: Klavierquintett op. 23 / Sextett op. 55, cpo
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