| Schärfer könnten die Gegensätze kaum sein. Hier das wutschnaubende, hypernervöse Klavierkonzert, das der junge Prokofjew komponierte, nachdem sich ein naher Freund das Leben genommen hatte. Da das farbenreiche, klassizistisch verspielte Spätwerk des gealterten Ravel, der aus seiner entspannten Grundstimmung keinen Hehl macht.
Der 26jährige Ausnahmepianist Yundi Li, der bislang vorwiegend mit Chopin und Liszt reüssierte, fasst die so unterschiedlichen Stücke zu einer spektakulären Klavierstunde zusammen. Mit stupender Technik jagt er über die Tastatur, wechselt übergangslos Tempo und Dynamik und findet obendrein zu einer atmosphärisch dichten, hoch spannenden und mitreißenden Darbietung. Auch seine Begleitung hat Weltklasseformat. Seiji Ozawa fordert von den Berliner Philharmonikern explosionsartige Ausbrüche neben hauchzartem Pianissimo und bekommt vom gut aufgelegten Klangkörper diesmal alles, was er sich wünscht.
Prokofjew: Klavierkonzert Nr.2 / Ravel: Klavierkonzert G-Dur, Deutsche Grammophon
zurück zur Übersicht bitte | |