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Die barbarische Zeit, die den 34-jährigen Hugo Distler 1942 in den Freitod trieb, hat in seinen Werken tiefe Spuren hinterlassen. Unter dem neoklassizistischen Gewand verbergen sich allerorten widerborstige Rhythmen, giftige Dissonanzen und unheilvolle Stimmungswechsel. Doppelbödig, irisierend, gezielt unzuverlässig klingt denn auch die fragmentarische, erst 2002 uraufgeführte Musik zu Ludwig Tiecks Schauspiel „Ritter Blaubart“, der die Neubrandenburger Philharmonie unter Stefan Malzew eine liebevolle Interpretation angedeihen lässt. In diesen Genuss kommt auch Distlers schlichtweg phänomenales Konzert für Cembalo und Streicher in einer historischen Einspielung aus dem Jahr 1964. Huguette Dreyfus und die Deutschen Bachsolisten unter Martin Stephani begeistern noch immer durch ihr kontrast- und farbenreiches Spiel - vor allem bei der furiosen Darbietung des letzten Satzes mit den 13 symbolträchtigen Variationen über Samuel Scheidts „Ei du feiner Reiter.“
Hugo Distler: Schauspielmusik zu Ritter Blaubart, SACD, musicaphon
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