| Obwohl Gian Francesco Malipiero (1882-1973) zu den bedeutendsten italienischen Komponisten seit Giuseppe Verdi gehört und ein gewaltiges Oeuvre hinterlassen hat, ist er der Nachwelt fast ausschließlich durch die bahnbrechenden Vivaldi- und Monteverdi-Ausgaben im Gedächtnis geblieben. Erst in den letzten Jahren ist das Interesse an seinen faszinierenden Klangwelten und der unangepassten Formensprache wieder erwacht.
Die sechs Klavierkonzerte aus den Jahren 1934-64, die von Sandro Ivo Bartoli und dem RSO Saarbrücken unter Michele Carulli mit viel Verve, rhythmischer Prägnanz und klassizistischem Stilgefühl dargeboten werden, zeigen Malipiero auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft. Aus scheinbar frei schwebenden Ideen entwickelt er in verblüffendem Tempo - das „längste“ Konzert dauert keine 18 Minuten - komplexe und eindrucksvolle Architekturen. Gekrönt werden die beiden farbintensiven und erlebnisreichen Klavierstunden von dem rätselhaften 6. Konzert, das den Untertitel „von den Maschinen“ trägt, und einer Kuriosität aus dem Jahr 1923. Die „Variazioni“ dürften eines der wenigen Variationenwerke sein, das ausdrücklich auf ein Thema verzichtet. Gian Francesco Malipiero: Klavierkonzerte Nr.1-6 / Variazioni senza tema, 2 CDs, cpo
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