| In Haydns Oper „Armida“ begeisterte sie das Publikum der Salzburger Festspiele, doch damit ist die Rolle der schillernden Zauberin, die dank Torquato Tassos Epos „Das befreite Jerusalem“ (1575) auch durch die Musikgeschichte geistert, für Annette Dasch noch lange nicht ausgereizt. Auf ihrem Debüt-Album bei Sony BMG präsentiert sie neben dem wiederentdeckten Spätwerk des Wiener Klassikers Armida-Vertonungen von Georg Friedrich Händel, Christoph Willibald Gluck und Niccolò Jommelli.
Dabei steigert sich Daschs ungemein sinnliche und elastische Sopranstimme aus der Tiefe des melancholischen Raumes zu ekstatischen Kraftausbrüchen, die freilich nicht immer den hehren Grundsätzen der Intonation gehorchen. Die unglücklich Liebende, die zwischen den politischen und religiösen Fronten zerrieben wird, weiß sie ebenso überzeugend zu verkörpern, wie den besinnungslosen Racheengel, und auch die virtuose Ränkeschmiedin nimmt hier eindrucksvoll musikalische Gestalt an.
Die Bayerische Kammerphilharmonie unter David Syrus hat mitunter Schwierigkeiten, den Eskapaden und Stimmungswechseln zu folgen, findet aber immer wieder in die adäquate Tonspur zurück und erweist sich so letztlich als verlässlicher Partner.
Annette Dasch: Armida, Sony BMG
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