| "Fortner hin, Fortner her, fort mit ihm," schnaubte der bald 80jährige Hans Pfitzner, als er gewahr wurde, dass der umjubelte Star-Geiger Gerhard Taschner tatsächlich beabsichtigte, sein Ausnahmetalent auch in den Dienst zeitgenössischer Musik zu stellen. Doch Taschner ließ sich davon nicht beirren. Er hob Wolfgang Fortners Violinkonzert 1947 als Widmungsträger aus der Taufe und spielte das temporeiche, technisch überaus anspruchsvolle Werk mit so viel Präzision, Brillanz und Leidenschaft, dass es die Hörer noch heute von den Sitzen reißt. Kaum zu glauben, dass dieses Juwel praktisch vergessen und aus den Konzertprogrammen verschwunden ist.
Taschner konnte freilich auch anders. Für Pfitzners spätromantisches h-moll-Konzert aus dem Jahr 1923 fand er einschmeichelnd warme, irrisierend leuchtende und übermütig bursleke Töne. Max Bruchs Klassiker in g-moll servierte er mit viel Noblesse und doch so filligran, als würde der Bogen die Saiten nur andeutungsweise berühren. MDG präsentiert die historischen Aufnahmen mit den Sinfonieorchestern von SDR, RIAS und SWR unter der Leitung von Hans Müller-Kray, Rudolf Kempe und Hans Rosbaud mit informativem Booklet und in erstklassiger Tonqualität.
Gerhard Tascher: Violinkonzerte von Max Bruch, Hans Pfitzner, Wolfgang Fortner, MDG
zurück zur Übersicht bitte | |