| Wenn die gefeierte Fagottistin Jane Gower freimütig zugibt, dass die älteren Objekte ihrer solistischen Begierde, so sie denn auf einem modernen Fagott vorgetragen werden, vor allem beim Interpreten Anfälle von Langeweile hervorrufen können, wird ihr kaum jemand zu widersprechen wagen. Das ist umso bedauerlicher, ja beinahe tragisch, als das Interesse an der solistischen Verwendung des brummigen Holzblasinstruments in der Mitte des 19. Jahrhunderts gerade zu einer Zeit nachließ, da die technischen Möglichkeiten den Einbau zusätzlicher Klappen und damit das Spielen chromatischer Wendungen und höherer Tonlagen gestatteten.
Franz Danzis (1763-1826) Fagottkonzerte mussten noch ohne diese Verfeinerungen auskommen und klingen auf den High-Tech-Instrumenten späterer Zeiten so wenig aufregend, wie die Expertin anzudeuten beliebt. Auf historischen Fagotten stellt sich die Lage gänzlich anders dar. Hier steht der Solist wieder vor einer eminenten spieltechnischen Herausforderung, die sich einerseits auf die innere Dramaturgie des Stückes, dann aber auch auf die ungewohnte Kombination von Klangfarben und nicht zuletzt auf gewagte Intervallsprünge und eine Vielzahl rasanter Tonfolgen erstreckt.
Jane Gower löst diese schwierige Aufgabe meisterhaft und im Fall der allemal repertoiretauglichen Konzerte in g-moll und F-Dur mit besonderer Brillanz und Eindringlichkeit. Die Kölner Akademie unter Michael Alexander Willens erweist sich auf der verdienstvollen Aufnahme als gleichwertiger Partner und besticht vor allem durch die Vielzahl passgenauer dynamischer Abstufungen.
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