| Als sich die gefeierten Geigenvirtuosen Nicolò Paganini und Louis Spohr 1816 in Venedig trafen, hatte der sonst so exaltierte Italiener kein Interesse an einem spontanen Leistungsvergleich.
Fast 200 Jahre später stehen sich nun zwei ihrer berühmtesten Werke gegenüber, doch das Spektakel bleibt auch diesmal aus. Hilary Hahn brilliert zwar mit akrobatischen Intervallsprüngen, Mehrfachgriffen und vielen anderen technischen Kabinettstückchen, konzentriert ihr Spiel aber gleichwohl auf die enge Verbindung von Violine und menschlicher Stimme. Sie interpretiert das viel zu selten gespielte Spohr-Konzert buchstabengetreu “in Form einer Gesangsszene” und macht aus dem feurigen Gegenstück des Teufelsgeigers ein veritables Belcanto-Drama. Hahns unvergleichlich warmer und seelenvoller Ton erfährt durch das Swedish Radio Symphony Orchestra unter Eiji Oue eine äußert prägnante rhythmische Akzentuierung.
Nicolò Paganini: Violinkonzert Nr.1 / Louis Spohr: Violinkonzert Nr.8 “In Form einer Gesangsszene”, Deutsche Grammophon
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