| Ob dieses imposante Gotteslob tatsächlich von Friedrich II. in Auftrag gegeben wurde, um seine Erfolge im Siebenjährigen Krieg zu feiern, oder doch eher auf einen Wunsch der kunstsinnigen Prinzessin Anna Amalia zurückgeht, lässt sich nicht mehr eindeutig feststellen. Aber das spielt kaum eine Rolle, denn die zeitlosen Schönheiten eines Meisterwerks überwiegen schließlich auch seine historische Veranlassung.
Im Unterschied zu manchen Zeitgenossen widersteht der „königlich preußische Capellmeister“ der Versuchung, dem Herrgott mit Pauken und Trompeten zu Leibe zu rücken. Carl Heinrich Graun inszeniert stattdessen ein intimes Gebet mit kunstvoll, aber ökonomisch gebauten Chorsätzen und ausdrucksstarken Arien, die den obligatorischen Bach-Vergleich nicht zu scheuen brauchen. Große Stimmen wie der glockenhelle, ätherisch schwebende Sopran von Monika Mauch, die Basler Madrigalisten und das Barockorchester L´arpa festante unter Fritz Näf machen aus der verdienstvollen Einspielung des 1757 entstandenen Te Deum und dreier kleiner Motetten für Chor und Basso continuo gleich eine Referenzaufnahme.
Carl Heinrich Graun: Te Deum, cpo
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