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Nach den “Romeo und Julia”-Vertonungen von Bellini, Gounod und Berlioz hat das um selten gespielte Werke bemühte Festival von Martina Franca im vergangenen Jahr einen veritablen Sensationsfund zutage gefördert. Filippo Marchettis Oper, die zuletzt 1876 in Rom aufgeführt wurde, ist zweifellos ein Ergebnis bedingungsloser Verdi-Verehrung. Doch Marchetti wartet mit so viel Leidenschaft und hinreißender Belcanto-Kunst auf, dass seine Wiederentdeckung, die vor einigen Jahren mit einer Neuinszenierung der Oper „Ruy Blas“ eingeleitet wurde, längst überfällig war und wohl noch lange nicht abgeschlossen ist.
Solisten, Chor und das Festivalorchester unter Andriy Yurkevych bieten auf dem Livemitschnitt eine über weite Strecken ansprechende Darbietung. Das gilt insbesondere für die dunkel gefärbte Sopranstimme von Serena Daolio (Giulietta) und den strahlenden Tenor des couragiert auftretenden Roberto Iuliano (Romeo).
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