| Obwohl Ivor Bolton und das Mozarteum Orchester Salzburg ihr Repertoire in den vergangenen Jahren kontinuierlich erweitert haben, überließen sie Bruckner lange Zeit opulenteren Gemütern.
Vor zwei Jahren wagten sie sich dann allerdings mit so viel Feingefühl an die Verästelungen der 5. Symphonie, dass ihnen seitdem auch musikalische Großraumarchitekturen zugetraut werden. Die Einspielung der 7. Symphonie unterstreicht diese Einschätzung nachdrücklich. Bolton rückt die gewaltigen Akkordfolgen in das notwendig grelle Licht, entlockt dem gut einstündigen Werk aber auch eine kammermusikalische Transparenz, die das Dur zum Leuchten und Funkeln bringt. Selbst das ausufernde Adagio, das oft als Trauermusik für Richard Wagner und die vielen hundert Opfer, die 1881 beim Brand des Wiener Ringtheaters ums Leben kamen, gedeutet wird, verliert hier seinen Hang zu Resignation und Verzweiflung.
Anton Bruckner: 7. Symphonie, Oehms Classics
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