| Als Pianist war Wilhelm Kempff (1895-1991) weltberühmt. Doch dass der geniale Interpret der großen Komponisten selbst eine ansehnliche Reihe von Liedern, Kammermusik, Sinfonien, Konzerten und sogar Opern geschaffen hat, dürfte selbst den meisten seiner Bewunderer unbekannt sein.
Umso erfreulicher ist es, dass Arte Nova den Komponisten Kempff zum 10. Todestag mit der Weltersteinspielung des Klaviertrios in g-moll (1911) und des Quartetts für Klavier, Flöte, Violine und Violoncello in G-dur (1919/20) ehrt. Zwar sind beide Werke ganz ausschließlich dem Geist der Spätromantik verhaftet und in einer Zeit, da Strawinsky, Bartók oder Hindemith bereits ihr Unwesen trieben, im äußersten Sinne epigonal. Das tut der Schönheit, der Eleganz und der technischen Perfektion allerdings keinen Abbruch. Will sagen: diese CD hört man gerne, und man hört sie auch gerne ein zweites oder drittes Mal. Dazu tragen die Instrumentalisten Ingrid Hasse (Flöte), Andrea Schumacher (Violine), Astrid Sulz (Violoncello), Darius Burnecki und Antonella Pagano (beide Klavier), die Kempff mit dem schuldigen Respekt, hoher Konzentration und ohne alle Vorbehalte begegnen, entscheidend bei.
Wilhelm Kempf: Trio in g-moll; Quartett in G-dur, Arte Nova
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