| Es darf trefflich darüber gestritten werden, ob die achtjährige Amtszeit des Osnabrücker Intendanten tatsächlich das theatralische Großereignis war, das eine Hochglanzbroschüre schon seit Monaten zu feiern versucht. Zugegeben, Norbert Hilchenbach ist es gelungen, in extrem schwierigen Zeiten solide und vorausschauend zu wirtschaften. Aber vielleicht hat gerade die in der Hansestadt nicht eben untypische Beweihräucherung in eigener Sache dafür gesorgt, dass sich zahlreiche Spielpläne und Inszenierungen im programmatischen Niemandsland verirrten und die Städtischen Bühnen – bundesweit, aber auch im regionalen Vergleich mit Münster oder Bielefeld – immer mehr an Boden und Profil verloren.
Nun hat die Intendanz gewechselt, bereits für einigen Aufruhr gesorgt („Nabucco“, wir berichteten) und den erst gegen Ende der letzten Saison gespielten „Holländer“ in veränderter Besetzung noch einmal ins Programm genommen. In Anlehnung an Harry Kupfers legendäre Bayreuth-Produktion von 1978 stellt Hilchenbach bei seiner durchaus überzeugenden Abschiedsvorstellung Sentas vermeintliche Wahnvorstellungen in den Mittelpunkt des Geschehens.
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