| Da Henze nur zwei Rundfunkopern komponiert hat, liegt es nahe, allerlei Verbindungen zwischen den 1951 und 53 entstandenen Werken zu suchen. Doch auch wenn sie das Unbehagen in der gefühlskalten Nachkriegsgesellschaft einen mag, dürfte sich die zwölftönende, hochexpressive Kafka-Vertonung „Ein Landarzt“ in der raffiniert instrumentierten, aber ein wenig drögen Lebenskünstlersatire „Das Ende einer Welt“ kaum wiedererkennen.
Die Ersteinspielung der von Henze Anfang der 90er Jahre revidierten Fassungen lässt auf hohem musikalischen Niveau, das insbesondere von Roland Hermann (Landarzt), Frieder Lang (Fallersleben) und dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Markus Stenz gehalten wird, ein Stück Kulturgeschichte lebendig werden. Eigentlich schade, dass der Rundfunkoper trotz ihrer vielen experimentellen Möglichkeiten kein längeres Leben beschieden war.
Hans Werner Henze: Ein Landarzt / Das Ende einer Welt, Wergo
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