| Nach den Rossini- und Verdi-Discoveries blieb Stardirigent Riccardo Chailly kaum eine andere Wahl, als auch noch unbekannte Werke des an sich weltberühmten Giacomo Puccini wiederzuentdecken. Die Gesetzmäßigkeiten des Plattenmarktes – der Name deutet es an - bringen das so mit sich.
Allerdings ist das Bemühen um wissenschaftliche Akribie und die Vollständigkeit der historischen Wahrnehmung in diesem Fall weder ästhetisch reizvoll noch besonders unterhaltsam. Schön zu wissen, dass Puccini bereits als Schüler fleißig komponiert und 1899 sogar einen Marsch für den Weltkongress der Telegrafenbeamten geschrieben hat. Aber um sich das alles mit Gewinn anzuhören, müssten die Quellen der Inspiration schon etwas einsatzfreudiger sprudeln. Eine Ausnahme von dieser trüben Regel gibt es dann aber doch. Die CD schließt mit dem Finale der unvollendeten Oper „Turandot“, das der italienische Komponist Luciano Berio fast 80 Jahre nach Puccinis Tod einer neuen und wahrhaft kongenialen Bearbeitung unterzog. Diese 2002 uraufgeführte Fassung, die sich langfristig auch in der Theaterpraxis durchsetzen dürfte, erscheint hier erstmals auf CD und wird von Eva Urbanova, Dario Volonté und dem von Chailly brillant organisierten „Orchestra Sinfonica di Milano Giuseppe Verdi“ mit ansteckendem Elan dargeboten.
Puccini Discoveries, Decca, 19,99 €
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