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Daniel Benedict über Jan Bürger: Der gestrandete Wal.

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Gastbeiträge | Daniel Benedict:

Der gestrandete Wal

"Das maßlose Leben des Hans Henny Jahnn" nennt Jan Bürger seine Schriftsteller-Biografie im Untertitel. Leider eine Fehletikettierung. Zwar ist Maßlosigkeit die treffende Formel für den Sektengründer, Musikverleger, Orgelbauer, Hormonforscher, Exilanten, Theaterautor und grandiosen Epiker Jahnn. Von dessen abenteuerlich überladenem Lebenslauf erzählt Bürger aber bestenfalls am Rande. Stattdessen stellt er seinen 450 Seiten eine leichthändige Betrachtung über die Unmöglichkeit der Biografie voran, um spornstreichs zu entscheiden: "In jedem Fall bleibt das Leben selbst ein nicht zu fassender Komplex."

Virtuelle Kulturregion SWO: Daniel Benedict über: Jan Bürger: Der gestrandete Wal

Für sein Projekt folgt daraus der Verzicht auf alle nichtliterarischen Momente im Wesen und Wirken Hans Henny Jahnns - kurz: die nackte Beschränkung aufs schriftstellerische Werk. Und sogleich folgt der nächste Vorbehalt: Vom Schutzumschlag wohlweislich verschwiegen, gesteht erst das Titelblatt: Jan Bürger begnügt sich mit den Jahren 1894-1935 aus dem Leben des 1959 verstorbenen Autors. Für die zugrunde liegende Dissertation mag das sinnvoll sein. Unbefangenen Lesern der Neuerscheinung bleibt der verstörende Eindruck, dass Bürger mittendrin aufhört.

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