| Wenn ein Komponist, der seit drei Jahrzehnten Instrumental- und seit geraumer Zeit auch Vokalkompositionen in Tuchfühlung zur Avantgarde vorlegt und darüber hinaus als Intendant der Hamburger Staatsoper und Leiter der Münchener Biennale etliche Uraufführungen von Weltgeltung verantwortet, mit knapp fünfzig Jahren seinen ersten eigenen Opernversuch unternimmt, darf man das Höchste erwarten. Dass dieses Höchste bei Peter Ruzickas Herzenssujet „Celan – Musiktheater in sieben Entwürfen“ nicht eingetreten ist, dokumentiert die jüngst erschienene DVD (UA 2002) von IWF aus Göttingen nun ganz genau.
"Die Mängel liegen sowohl im Libretto als auch in Ruzickas müder Stimmbehandlung, als auch in der Musik selber. Das Libretto von Peter Mussbach will nämlich tunlichst vermeiden auf dem Sprachniveau Celans anzukommen oder ihn auch nur herbeizuzitieren, was gelingt. Es versucht, möglichst reale Genrebilder um und aus Celans Leben in Deutschland und Paris einzufangen, verbleibt dabei aber im theoretisch Allgemeinen und somit leider auch im Plakativen. Ohne jeglichen tieferen Atem rotzt es einfach das raus, was es auf der Zunge hat. So haftet dem Text letztlich selber etwas jener Ekelhaftigkeit an, die er anzuklagen meint.
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