| "Ich selbst wäre nie auf die Idee gekommen Schauspieler zu werden“, behauptete Henry Fonda einmal und gab damit noch der hektischen Medienwelt des 21. Jahrhunderts eine knifflige Denksportaufgabe. Denn wie kann jemand zu einer der größten Hollywood-Legenden aller Zeiten werden, wenn er nicht am Ehrgeiz zu ersticken droht und gar kein Interesse daran hat, dass die traurigen Überreste der Konkurrenz seinen steilen Weg nach oben pflastern?
Offenbar geht es unter besonders günstigen Umständen auch ohne Casting-Shows und Bewerbungsmarathons - wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und dort die richtigen Leute trifft. Henry Fonda, der als Sohn eines Druckers in Grand Island, Nebraska, geboren wurde und eigentlich Journalist werden wollte, hatte dieses Glück. Als seine Geldreserven zur Neige gingen und er das Journalistikstudium abbrechen musste, traf er Marlon Brandos Mutter Dorothy, die in ihm ein ganz anderes Talent erkannte. Als Schauspieler, Regieassistent und Bühnenmaler begann er am Omaha Community Playhouse die Theaterluft zu schnuppern, die ihn Zeit seines Lebens nicht mehr los ließ. Zehn Jahre später rief Hollywood und machte aus Henry Fonda einen der ersten Weltstars, die von der Kinoleinwand ein Millionenpublikum begeisterten. Am 16. Mai dieses Jahres wäre er 100 Jahre alt geworden
"Der Gipfel des Ruhms ist, wenn man seinen Namen überall findet, nur nicht im Telefonbuch.“ Bis Henry Fonda diese seltene Erkenntnis zuteil wurde, vergingen viele Jahre, die ihn von Omaha nach New York führten und ihm Anfang der 30er Jahre einen Broadway-Erfolg nach dem nächsten bescherten. Mit dem Bühnenklassiker „Der Farmer will heiraten“, den 20th Century-Fox 1934 verfilmte, feierte er sein Kinodebüt, dass ihn über Nacht zu einem der gefragtesten Leinwandhelden werden ließ. In kurzen Abständen drehte er mit großen Regisseuren wie Fritz Lang („Gehetzt“, 1937), William Wyler („Jezebel“, 1938) oder Henry King („Jesse James - Mann ohne Gesetz“, 1939).
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