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" Traumpaarung für Opernfreunde Rossini Arias / Le Belle Immagini“Die meisten Nachfolger der drei Tenöre haben sich mittlerweile als vokale Erbschleicher entpuppt, aber das hält die Branche nicht davon ab, weiterhin mit Vorschusslorbeeren um sich zu werfen. Und wenn man dann den Vorteil hat, nicht wie Frankenstein auszusehen und obendrein noch auf den sensationellen Namen Juan Diego Florez hört, klebt einem das Etikett "Neuer Startenor" schneller am Revers als man singen kann.
Unter diesen Umständen wäre es möglicherweise wenig sinnvoll, Florez´ Debütalbum bei Decca gleich zur Schallplatte des Jahrhunderts auszurufen. Gleichwohl gilt es, einen geeigneten Superlativ zu finden, denn der 29jährige Peruaner, der vor 15 Jahren als jüngster Pianist in den Bars von Lima gegolten haben soll, interpretiert die großen Arien des Gioacchino Rossini so außergewöhnlich als ob er nie anderes getan hätte. Dabei konzentriert Florez seinen nicht nur in Spitzentönen, sondern auch auf die Distanz strahlenden Tenor auf eine Reihe von Arien, die nebst den daran hängenden Opern zumeist ein unerfreuliches Schattendasein fristen. Kongenial begleitet vom Orchestra Sinfonica e Coro di Milano Giuseppe Verdi unter Riccardo Chailly zelebriert Flórez mit einer für sein Alter nicht gerade alltäglichen Phrasierungskunst und Souveränität u.a. Solopartien aus "Otello", "Zelmira", "La donna del lago", aber natürlich ist auch der unvermeidliche "Barbiere di Seviglia" mit von der Partie. So ist "Rossini Arias" dann eben doch ein nachgerade sensationelles Debüt, das jeden halbwegs begeisterungsfähigen Opernliebhaber schlichtweg aus dem Sessel reißen muss. Das geschah denn auch dem renommierten Musikjournalisten Jürgen Kesting, der sich einen Ehrenplatz im Kuriositätenkabinett „Formulierungskünste“ sicherte: „Wenn er von den Liebesqualen des Rodrigo in Rossinis ´Otello´ kündet, bekommt seine Stimme Flügelschuhe gleich jenen, die Fred Astaire zum Schweben brachten.“
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