Else Lasker-Schüler im Osnabrücker Felix-Nussbaum Haus (bis 09. September 2007) [Vorabdruck TAZ] Mit Prinz Jussuf ist nicht zu spaßen. Breitbeinig steht er da, das blonde Haar entschlossen ums kantige Gesicht gestrichen. In der rechten Hand blinkt ein Krummdolch, und auf der Wand hinter ihm scheint bereits Blut zu kleben. Wer sich trotzdem an Jussuf herantraut, erkennt freilich bald, dass die Waffe hoffnungslos verbogen ist. Außerdem trägt der seltsame Krieger einen kleinen Davidsstern auf der Wange und sieht überhaupt eher einsam als bedrohlich aus.
Else Lasker-Schüler: Zeichnung Big (96 k) auf Klick Else Lasker-Schüler ist als Schriftstellerin berühmt geworden, doch auch mit Bleistift, Feder oder Ölkreide wusste sie ihre großen Themen – wie auf dem gerade beschriebenen Selbstbildnis aus dem Jahr 1913 - kunstvoll zu gestalten: das unbekümmerte Spiel mit den Geschlechterrollen, die Angst vor Krieg und Gewalt oder auch den energischen Einsatz für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen.
weiter bitte
zurück zur Übersicht bitte |