| Warum die Film-Adaptionen der Romane des englischen Schriftstellers Francis Durbridge (1912-1998) bis heute Kultstatus genießen, ist nicht so leicht zu erklären. Gehorchen die Textvorlagen und ihre TV-Streifen doch praktisch ausschließlich jenem "Who done it"-Prinzip, das man seit dem Welterfolg der skandinavischen Kriminalautoren - und eigentlich schon seit Manuel Vázquez Montalbáns "Pepe Carvalho" - für überwunden hielt. Doch der kammerspielartige Zuschnitt, die anheimelnde Schwarz-Weiß-Optik, die Entdeckung des Cliffhangers als Struktur- und Gestaltungsprinzips oder die Mitwirkung berühmter Theater-, Film und TV-Darsteller wie Heinz Drache, Albert Lieven, Margot Trooger, Siegfried Lowitz, Günther Stoll, Erik Schumann, Max Eckard oder Marianne Koch garantieren auch ein rundes halbes Jahrhundert später eine kaum übersehbare Fangemeinde. Und wo sieht man heute noch britische Zeitungen, die den Aufmacher in deutscher Sprache, alle anderen Artikel aber im gewohnten Englisch bringen ("Es ist soweit", Folge 1)?.
„Studio Hamburg“ bringt nun die Straßenfeger vergangener Tage im DVD-Format heraus. Zuerst erschienen sind die Durbridge-Streifen "Der Andere/Es ist soweit" und "Das Halstuch/Der Schlüssel". Hier finden sich auch eine Reihe von Specials, so zum Beispiel ein ausführliches Interview mit dem bald 80-jährigen Schauspieler Sigurd Fitzek, der als Kleinganove in zahlreichen Straßenfegern, aber auch an der Seite von Curd Jürgens oder Heinz Rühmann zu Leinwandprominenz kam und in "Der Andere" den sympathisch-zwielichtigen Journalisten Robin Craven mimte. Unbedingt sehenswert ist auch das Interview mit Eva Ingeborg Scholz, die in "Es ist soweit" die scheidungswillige und allemal leidgeprüfte Wissenschaftlergattin Lucy Freeman spielte. Was sie über sowjetische Soldaten, die Angst vor geistig verwirrten Einheimischen haben, zum Besten gibt, sollte man sich abseits der Straßenfeger keinesfalls entgehen lassen!
Krimifans können sich nun und in den nächsten Wochen neben den vier genannten Durbridge-Klassikern auch auf "Tim Frazer", "Melissa", "Ein Mann namens Harry Brent", Percy Stuart",
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