| Vor einem Jahr wurde in London die Entscheidung bekannt gegeben, auf die Millionen Fans jahrelang gewartet hatten. Denn schon als Pierce Brosnan noch mit der Rettung der Welt beschäftigt war, spekulierten die vermeintlich gut informierten Kreise immer wieder über seinen Nachfolger. Doch wer als sechster James Bond-Darsteller in Brosnans Fußstapfen treten und damit auch Leinwandhelden wie Sean Connery oder Roger Moore beerben durfte, blieb ein gut gehütetes Geheimnis, und als der Schleier endlich gelüftet wurde, war die Überraschung umso größer.
Mit Daniel Craig hatten die wenigsten gerechnet, und seit kurzem wissen wir, dass er tatsächlich nicht ganz oben auf der Liste stand. Martin Campell, Regisseur des neuen Bond-Streifens „Casino Royal“, verriet dem „Daily Mirror“, dass die Verantwortlichen eigentlich lieber Ewan McGregor verpflichtet hätten, der allerdings nicht auf eine prominente Rolle festgelegt werden wollte. So fiel die (zweite) Wahl auf Daniel Craig. Er spielt in dem aufwendigen Agenten-Thriller, der am 14. November in London unter den Augen von Queen Elizabeth II. seine Weltpremiere erlebte und ab dem 23. auch in Deutschland zu sehen ist, erstmals den berühmten Geheimagenten.
Die Protestaktionen zahlreicher Bond-Anhänger früherer Tage konnten die 72 Millionen Dollar-Produktion also nicht verhindern. Dabei hatten sie sich einiges einfallen lassen, ihrem Unmut in Internet-Foren Luft gemacht und sogar zu einer Boykottaktion gegen die Verfilmung des allerersten Bond-Romans aufgerufen. Die britische Boulevardpresse fachte den Gegenwind weiter an, berichtete über jeden Fehltritt des neuen Hauptdarstellers, reservierte Schlagzeilen für ausgeschlagene Schneidezähne, Magenprobleme bei schnellen Bootsfahrten oder simple Sonnenbrände und ernannte ihn schließlich kurzerhand zum James Bland (James Langweilig) und Weichei der Nation.
Doch Daniel Craig ließ sich von all dem nicht beirren. Er absolvierte ein hartes, zeitaufwendiges Fitnessprogramm und übernahm höchstpersönlich einen Großteil der gefährlichen Stuntszenen, die zu Brosnans Amtszeit vorwiegend im Computer generiert wurden. Sein Nachfolger will, „dass das Publikum im Kino sitzt und ´Wow´ ruft“, was „nur mit echten Stunts“ möglich sei. Wer diese Herausforderung annimmt, kann auch mit Spott und Häme umgehen, so sehr er sich oft über die kleinen Gemeinheiten ärgert. „Ich würde auf diesen Mist gerne antworten. Man kann es nicht allen recht machen, aber ich bin mir sicher, der Film bietet genug, um jeden Bond-Fan zu unterhalten“, sagt Craig und trifft mit dieser Einschätzung mittlerweile auch den Nerv der meisten Kinogänger.
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